Xidi
Das Dorf Xidi in der Provinz Anhui wird von der Staatlichen Tourismusverwaltung als bedeutender Touristenort betrachtet.
Das Dorf Xidi (chinesisch: 西递) im Kreis Yixian im Osten der Provinz Anhui (chinesisch: 安徽) hat eine lange Geschichte, die tausend Jahre zurückgeht. Doch der gemächliche Lebensrhythmus der Dorfbewohner ist in den letzten Jahrzehnten schneller geworden, seit ein Touristenboom das Dorf verändert hat.
Xidi ist ein bedeutendes Weltkulturerbe. Das Dorf hat mit seiner Kultur seit den 1980er Jahren Touristen angeworben, nicht lange nachdem China die Reform und Öffnung begonnen hat. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen verschiedene Ahnenschreine in den Vororten des Dorfes.
Das Dorf Xidi im Südosten des Kreises Yixian verfügt über mehr als 300 einfache, noch immer anmutig erscheinende Ming- und Qing-Residenzen, von denen 124 bis heute gut erhalten sind. Die Dorfstraßen und Gassen sehen noch genau wie vor mehreren Jahrhunderten aus. Ausländische Architekten bezeichneten das Dorf als die besterhaltensten traditionellen Häuser und als eines der schönsten Dörfer weltweit. Als typische Wohnhäuser in Xidi gelten das Pailou (verzierter Torbogen) zur Residenz des Qing-Präfekten Hu Wenguang, das Ruiyu-Hofhaus, der Taoli-Garten (Pfirsich-Pflaumen-Garten), die Dafu-Villa (Sitz eines hochrangigen Beamten in der Feudalgesellschaft) und der Lingyun-Turm.
Das Dorf Xidi liegt in einem Bergtal. Zwei Bäche fließen in nordsüdlicher und ostwestlicher Richtung durch das Dorf und münden dann unter der Huiyuan-Brücke in einen Teich. An beiden Seiten der Hauptstraße des Dorfes und der zwei Uferstraßen reihen sich Wohnhäuser dicht nebeneinander. Im Dorf Xidi sieht man an den alten Bauten Schnitzereien, die Menschen und Tiere sowie Blumen und Landschaften darstellen.
Der Eintritt für den Besuch der Schreine betrug weniger als einen Yuan. Besucher blieben häufig vier Tage lang. Der geringe Eintritt trug zu einem beachtlichen Jahreseinkommen von mehreren Tausend Yuan bei – eine nicht zu verachtende Summe zur damaligen Zeit.
Mit den ersten Anzeichen des Erfolgs begannen Dorfbewohner, die Straßen zu reinigen, Bäume zu pflanzen und Gästehäuser einzurichten. Mit den Jahren stieg der Eintrittspreis für die Schreine – im Jahr 1993 betrug er bereits acht Yuan. Das war auch das Jahr, in dem das Jahreseinkommen aus dem Tourismus die Landwirtschaft als Haupteinnahmequelle überholte.
Immer mehr Bürger gingen in den Touristenhandel – und heute stellt der Tourismus 70 Prozent der Arbeitsplätze der Dorfbewohner. Mittlerweile beträgt der Eintritt zu den Schreinen 80 Yuan. Die Tourismusindustrie hat neue Höchstwerte erreicht.
Das Dorf wird von der Staatlichen Tourismusverwaltung als bedeutender Touristenort betrachtet. Es wurden auch Anträge zur Aufnahme von Xidi auf die Liste der UNESCO-Weltkulturerben gestellt.











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