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Visionen
Entwicklung der Bevölkerung und die Umwelt.
Die Geschichte der Umweltentwicklung zeigt, dass die Umweltveränderungen mit den Änderungen des Bevölkerungsbestands, ihrer Qualität und Struktur eng verbunden sind.
In der chinesischen Geschichte gab es vor der Qin-Dynastie (211-206 v.Chr.) so gut wie keine Umweltprobleme. Die erste Verschlechterung der Umwelt trat zwischen der Qin- und der Westlichen Han-Dynastie (206 v.Chr.-25) auf. In der Östlichen Han-Dynastie (25-220) und der Sui-Dynastie (581-618) konnte sich die Umwelt wieder erholen, doch die zweite Verschlechterung gab es in der Tang-Dynastie (618-907) und die dritte in der YuanÂDynastie (1279-1368).
Sehr ernste Umweltprobleme traten in der Ming -Dynastie (1368-1644) und der Qing -Dynastie (1644-1911) auf. Die geschichtliche Untersuchung zeigt, dass der Zustand der Umwelt von den ökonomischen, politischen und militärischen Verhältnissen abhängt.
Nach der Gründung der Volksrepublik 1949 war die wichtigste Aufgabe, die Wunden des Krieges zu heilen, das Leben des Volkes zu verbessern und China von einem landwirtschaftlichen Land zu einer Industrienation zu verwandeln. So wurde im ersten Fünfjahresplan vor allem die Schwerindustrie entwickelt. Der im Jahr 1958 gestartete "große Sprung nach vorn", die darauffolgenden Jahre wirtschaftlicher Probleme und insbesondere die "Kulturrevolution" fügten der Umwelt Schäden zu.
Seit den 70er Jahren wird neben der Kontrolle des Bevölkerungswachstums auch der Umweltschutz mehr beachtet. Er wurde zu einer grundlegenden Politik des Staates. Trotz gewisser Verbesserungen ist China weiterhin mit ernsten Umweltproblemen konfrontiert.
Erstens hat China ein landwirtschaftliches Umweltproblem.
Während die Unterstützung der armen Bevölkerung seitens der Regierung im großen Maßstab die Armut auf dem Land reduziert hat, hat die rücksichtslose Ausbeutung von Naturressourcen die Umwelt beschädigt.
Dies zeigt sich vor allem in entlegenen Berggebieten und anderen armen Gebieten, wo die Wirtschaft rückständig ist. Um Ackerland zu gewinnen, hat man Wälder zerstört und Wiesen und Seen in Felder verwandelt, so dass die Bodenerosion verschlimmert und die natürliche Umwelt zerstört wurde. Auch die übermäßige Verwendung von Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungsmitteln hat im Zuge der Entwicklung der modernen Landwirtschaft das Wasser und den Boden verschmutzt.
Statistiken zufolge hat zwischen 1978 und 1999 die verwendete Menge von Kunstdünger um das 4,7fache zugenommen. Anfang der 50er Jahre betrug die Produktion der Pestizide knapp 10.000 Tonnen, heute beträgt sie 500.000 Tonnen. Obwohl das alles auch zur Produktionssteigerung geführt hat, fallen die Qualitätsminderung von Böden und Wasser sowie die gesundheitlichen Schäden der Bevölkerung stark ins Gewicht.
Zweitens hat China ein industrielles Umweltproblem.
Den wirtschaftlichen Aufbau als Schwerpunkt zu betrachten und die Industrialisierung zu beschleunigen ist die konsequente Richtlinie Chinas für die Entwicklung. Doch die Industrie ist der Hauptverbraucher von Energie und Rohstoffen und deshalb der größte Erzeuger von Abgasen, Abwasser und festen Abfällen.
Da die größte Energiequelle Chinas lange Zeit die Kohle gewesen ist, war die Kohle auch stets der größte Luftverschmutzer. Mit dem Fortschritt der Modernisierung hat man hier beachtliche Erfolge erzielt, während nun die Umweltverschmutzung, verursacht durch die Chemieindustrie, Papierherstellung, Verhüttung und Lebensmittelverarbeitung, zunimmt.
Auch die ländlichen Betriebe, die zwar eine riesige Wirtschaftseffizienz gebracht haben, verursachen infolge des Ge1dmangels, veralteter Ausrüstungen und rückständiger Technik beträchtliche Umweltschäden.
Drittens hat China ein städtisches Umweltproblem.
Neben der industriellen Versehrnutzung ist auch die aus dem alltäglichen Leben und der Konsumtion gravierend. Weil ein Großteil des Abwassers und der Abfälle in zahlreichen Städten nicht ordnungsgemäß entsorgt wird, sind im Laufe der starken Zunahme der Stadtbevölkerung diese Abfälle eine weitere erhebliche Verschmutzungsquelle geworden.
In den letzten 20 Jahren hat die Zahl der Kraftfahrzeuge im Durchschnitt um jährlich 14% zugenommen, die Verschmutzung durch Autoabgase wird immer größer.
Viertens hat China ein regional geprägtes Umweltproblem.
China hat ein großes Territorium mit unterschiedlichen Naturbedingungen und großen Unterschieden des wirtschaftlichen Entwicklungsniveaus. So ist auch das Umweltproblem regional geprägt. Im Nordwesten ist das Klima trocken und kalt, die bewaldete Fläche gering und die Bodenerosion stark. In den Wüsten fegen oft Sandstürme, die Versandung ist gravierend und die Qualität der Umwelt schlecht. China befindet sich in der ostasiatischen Monsunzone, und beeinflusst vor allem durch die Topographie konzentrieren sich die Niederschläge in der Zeit zwischen Sommer und Herbst im Osten und in Zentralchina. wo es häufig zu Überschwemmungen kommt.
Infolge der schweren Verschmutzung des Festlandes verschlimmert sich auch die Verschmutzung der Meere. Angesichts der vielfältigen Probleme haben werden Handlungsweisen überprüft und die Einstellung zur Natur neu zu definiert, um eine nachhaltige Entwicklung der Bevölkerung und der Umwelt zu ermöglichen.
Große Anstrengungen müssen unternommen werden:
Erstens ist ein modernes Umweltbewusstsein zu schaffen. Hier muss einiges gründlich korrigiert werden: Das Verhältnis zwischen Mensch und Natur ist nicht das zwischen Sieger und Besiegtem. Der Mensch muss in das Ökosystem eingebunden sein. Da die Schädigung der Umwelt im engen Zusammenhang mit dem Bevölkerungszuwachs steht, setzt der Umweltschutz die Kontrolle des Bevölkerungswachstums voraus.
Es besteht eine einander ergänzende und fördernde Beziehung zwischen der grundlegenden Politik für die Kontrolle des Bevölkerungsbestandes und der für den Umweltschutz.
Angesichts der Tendenz, dass die chinesische Bevölkerung in den kommenden 40 bis 50 Jahren immer noch ansteigen wird, muss man durch Aufklärung und Erziehung das Umweltbewusstsein der Bevölkerung erhöhen.
Zweitens ist die Verbindung der gesamten Umweltstrategie mit einem praktischen Aktionsprogramm voranzutreiben. Im Jahr 1994 hat die chinesische Regierung das Dokument "Agenda 21" veröffentlicht sowie den "Neunten Fünfjahresplan für die Entwicklung der Volkswirtschaft und der Gesellschaft" und das "Perspektivprogramm für 2010" ausgearbeitet.
Es gibt damit ein Gesamtkonzept für den Umweltschutz einschließlich der wirtschaftlichen Entwicklung, mit deren Hilfe man die Armut beseitigen und genügend Mittel für den Umweltschutz erwirtschaften kann. Die Pläne beinhalten ferner die Regulierung der Bevölkerung, die kombinierte Entwicklung der Wirtschaft und Gesellschaft sowie ein gerechtes Einkommens- und Verteilungssystem, das dem Prinzip der Leistungsfähigkeit und dem Prinzip "jedem nach seiner Leistung" Rechnung trägt.
Dabei gilt es, die Kultur zu reformieren, das soziale und politische Umfeld zu verbessern sowie die Stabilität und Geschlossenheit zu wahren. Aktionsprogramme einschließlich entsprechender Gesetze, Verordnungen, Systeme, politischer Maßnahmen und Mechanismen zu diesem Gesamtkonzept sind bereits ausgearbeitet worden. Unsere Aufgabe ist es, die Durchführung dieser Aktionsprogramme zu intensivieren, politische Maßnahmen wirksam in die Tat umzusetzen und die Planungen zu erfüllen, um die Durchführung der gesamten Umweltstrategie zu garantieren.
Drittens ist eine marktorientierte Reform für den Umweltschutz nötig. China ist ein Entwicklungsland mit einer großen Bevölkerung, dessen Umwelt von der anwachsenden Bevölkerung und der wirtschaftlichen Entwicklung doppel belastet ist. Wie schon erwähnt, wird erst Mitte des 21. Jahrhunderts das Nullwachstum der Bevölkerung realisiert werden, nachdem die Bevölkerung um weitere 300 Millionen zugenommen hat. Die Belastung auf die Umwelt wird also noch größer. Doch der Staat muss am wirtschaftlichen Aufbau festhalten und alle Bereiche schneller entwickeln.
Die beiden Faktoren belasten die schwache Umwelt und das Ökosystem. Die Regierung unternimmt viele Anstrengungen, durch Gesetzgebung und Überwachung die grundlegende Politik für den Umweltschutz in die Tat umzusetzen.
Der Brennpunkt ist, unter den Bedingungen des anhaltenden Bevölkerungszuwachses und des Kapital- und Technikmangels sowohl die Wirtschaft zu entwickeln als auch die Umwelt zu schützen, was ein scharfer Gegensatz ist. Betont man die Entwicklung auf Kosten der Umwelt übermäßig, wird die Verschmnutzung unvermeidlich stärker; legt man umgekehrt ein übermäßiges Gewicht auf die Umwelt, kommt die Modernisierung des Staates langsamer voran, und dies führt schließlich dazu, dass die Sanierung der Umwelt in Mitleidenschaft gezogen wird.
Die administrativen Mittel reichen nicht aus, um aus diesem Dilemma herauszukommen. Im Geist des "Coase-Gesetzes" , vorgestellt von dem amerikanischen Ökonomen Coase, nach dem durch den Markt der äußere Effekt zu einem inneren verwandelt wird, muss die Richtung der Reform auf einen marktorientierten Umweltschutz hin korrigiert werden.
Danach soll man so verfahren: Bei einem bestimmten Umfang der Umweltverschmutzung trifft der Produzent, Verursacher der Verschmutzung, mit den Verbrauchern, den Geschädigten der Verschmutzung, zusammen, um einen pauschalen Handel abzuschließen, indem der Verursacher den Geschädigten einen bestimmten Ausgleich zur Verfügung stellt. Die beiden Parteien sind gleichgestellt. Ist die Verschmutzung zu schlimm, wird der Handel seitens der Verbraucher nicht angenommen, so dass der Produzent die Produktion nicht weiterführen kann, die Umwelt wird dadurch geschützt; ist die Verschmutzung tragbar, kommt der Handel zustande, die Produktion geht in diesem Fall weiter, die Verschmutzung wird kontrolliert.
Das Prinzip der nachhaltigen Umweltentwicklung kommt auch im "Grundriss des Zehnten Fünfjahresplans für die Entwicklung der Volkswirtschaft und der Gesellschaft" zum Ausdruck. Dieses Dokument fordert den Schutz von Naturwäldern und die Rückverwandlung urbar gemachter Böden an den Oberläufen des Jangtse und des Gelben Flusses sowie in Nordostchina und der Inneren Mongolei in Wälder und Grasland, den Schutz und die Sanierung von Biotopen im Großraum von Beijing und Tianjin, die Sperrung überweideten Graslandes, die Verstärkung der Behandlung von Abwässern in den Einzugsgebieten kleiner Flüsse, die umfassende Bekämpfung der Bodenerosion in den Karstregionen von Guizhou, Guangxi und Yunnan, die ökologische Wiederherstellung von Bergwerksgeländen und die Anlegung von Schutzwäldern in Nordost-, Nord- und Nordwestchina sowie an der Küste.
Ferner gilt es, die Umweltqualität in den großen und mittelgroßen Städten zu verbessern, die Sanierung der Flüsse, Seen und Meere fest anzupacken, Abwasserbehandlungsanlagen beschleunigt zu bauen, so dass im Jahr 2005 mindestens 45% des städtischen Abwassers entsorgt werden.
Ferner soll bis zum Jahr 2005 die Schwefeldioxid-Emission in den Sauerregenkontrollgebieten um 20% gegenüber 2000 abnehmen, die Müllentsorgung verbessert, die umweltfreundliche Produktion verbreitet sowie die Verschmutzung durch Kunstdünger, Pestizide, Plastikfolien und die Bewässerung mit verseuchtem Wasser weitgehend vermieden werden.
























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