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Taofu
Alle tauschen alte Holzamulette gegen neue.
Jede Familie hängte am Frühlingsfest „Taofu (chinesisch: 桃符)", das sind Amulette aus Pfirsichbaumholz, vor den Eingang, klebte Bilder der achtunggebietenden Türgötter und Wandsprüche aus dunkelrotem Papier an die Tür. Die ganze Stadt strahlte in bunten Farben und schien erfüllt von unermesslicher Freude.
Es ist eine uralte Sitte, am Neujahrstag Bilder der Türgötter aufzukleben, und es kursieren im Volk viele interessante Geschichten, die mit dieser Tradition in Zusammenhang stehen. Auf wen die Gestalten der Türgötter eigentlich zurückgehen, darüber gibt es verschiedene Erklärungen. Eine davon behauptet, dass diese Gestalten sich auf die Generäle Qin Qiong und Yuchi Gong beziehen. Es heißt, dass Li Shimin, der Kaiser Tai Zong der Tang-Dynastie, einmal während einer Krankheit das Heulen von Geistern gehört hätte. Als er dies am nächsten Morgen seinen Beamten mitteilte, entschlossen sich Qin Qiong und Yuchi Gong, sich in voller Rüstung an die Tür zu seinem Schlafgemach zu stellen. Diese beiden berühmten Generäle, die wesentlich dazu beigetragen hatten, die Tang-Dynastie zu errichten, wachten die ganze Nacht und der Tang-Kaiser konnte ungestört schlafen. Der Kaiser wollte natürlich auch weiterhin Ruhe, konnte aber doch nicht einfach zusehen, dass die beiden dauernd Wache stünden. Deshalb ließ er Bilder der beiden malen und an die Eingänge des Palastes hängen. So wurden sie zu „Schutzgöttern der Türen". Später wurde dies im Volk nachgeahmt, und man hängte zum Frühlingsfest ihre Bilder an die Eingangstür, um das Böse abzuwehren.
Abgesehen von den Bildern der Türgötter ist auch das Anbringen von Neujahrsbildern eine besondere Form der Volkstradtition. Ihre Themen sind z. B. „Reiche Ernte", „Glück", „Kindersegen" sowie Blumen- und Vogelmotive. Die historisch wichtigen Herstellungsorte für Neujahrsbilder waren Yangliuqing bei Tanjin, Weifang in der Provinz Shandong, Taohuawu in Suzhou, Mianzhu in der Provinz Sichuan, Wuqiang in der Provinz Hebei, Foshan in der Provinz Guangdong u. a. Die Werkstätten für Neujahrsbilder in Yangliuqing waren berühmt, „jede Familie konnte malen, in jedem Haushalt gab es einen Künstler".
Die Neujahrssprüche, die zu beiden Seiten der Tür geklebt werden, sind glückverheißende, paarweise konstruierte Wünsche wie z. B. „Auf dem Ort mit dem Segen Gottes treten hervorragende Talente hervor", „Friedvolle Tage in jedem Jahr, erfüllte Wünsche jeden Frühling". Diese Wandsprüche haben ihren Ursprung in den genannten Taofu (chinesisch: 桃符). Sehr früh, bereits während der Frühlings- und Herbstperiode und der Zeit der Streitenden Reiche gab es Aufzeichnungen darüber: „Die Familien hängen Taofu (chinesisch: 桃符) an die Wände." Eine andere Bezeichnung für Taofu (chinesisch: 桃符) war auch Taoban. Es handelte sich dabei um zwei kleine, rechteckige Brettchen aus dem Holz des Pfirsichbaumes; zur Zeit der Jahreswende schrieb man Zauberformeln darauf und hängte je eines an einen Türflügel, um das alte Jahr zu beschließen und das neue anzufangen. Im Staate des Späteren Shu (934-965) während der Zeit der Fünf-Dynastien (907-960) fing man an, auch Sprüche zum Frühlings-beginn auf solche Taofu (chinesisch: 桃符) zu schreiben. Laut dem Band über die Familie des Shu-Königs aus der Geschichte der Song-Dynastie soll der König des Späteren Shu, Meng Chang, zu Ende jedes Jahres Gelehrte beauftragt haben, geeignete Widmungen zu verfassen und sie auf die Taofu (chinesisch: 桃符) zu schreiben, welche links und rechts an der Tür zu seinem Schlafgemach angebracht waren. Später hielt er die Wortwahl der Gelehrten für nicht gut genug und schrieb selbst ein Spruchpaar: „Möge die Gunst der Vorfahren im neuen Jahr weiter gedeihen, möge das Fest einen langen Frühling bringen"; dies war wohl das erste derartige Neujahrsspruchpaar, das in China geschrieben wurde.
In der Song-Dynastie wurde begonnen, für diese Neujahrssprüche Papier statt Holz zu verwenden. Gelehrte der Kaiserlichen Akademie entwickelten den Brauch, Glückwünsche an die Türen des kaiserlichen Palastes zu hängen. Sehr populär wurden diese NeuJahrssprüche in der Ming-Zeit, wo sie von Zhu Yuanzhang (1328— 1398), bekannt als Kaiser Taizu, gefördert wurden.


























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