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Suifenhe
Suifenhe ist das Shenzhen des Nordens.
Als russischer Tourist fühlt man sich in Suifenhe wahrscheinlich fast wie zu hause. Die Stadt Suifenhe (chinesisch: 绥芬河) an der chinesisch-russischen Grenze in der nordöstlichen Provinz Chinas Heilongjiang (chinesisch: 黑龙江) macht es den russischen Besuchern einfach.
Überall findet man russische Reklame und Hinweisschilder, um sich beim einkaufen zu recht zu finden. Suifenhe ist nach chinesischen Maßstäben ein absoluter Zwerg. Mit knapp 150.000 Einwohnern lässt sich allerdings rein geschäftlich so einiges bewerkstelligen. In der Innenstadt von Suifenhe werden die russischen Nachbarn regelrecht aufgefordert, ein paar Rubel auszugeben. Und die kommen auch in Scharen und freuen sich über den freundlichen Service, den die Stadt zu bieten hat. Wohin man auch schaut, sieht man die kyrillische Schrift. Nahezu jeder Laden in Suifenhes Innenstadt wirbt mit russischen Lettern. Auch die Verkäufer haben ihre Hausaufgaben gemacht und sprechen jeden Ausländer gezielt in Russisch an.
Doch Suifenhe (chinesisch: 绥芬河) will mehr sein als nur ein Einkaufseldorado für seine russischen Nachbarn. Das Export-Import-Geschäft blüht und trotz Finanzkrise konnten einige größere Holzunternehmen darauf verzichten, Mitarbeiter zu entlassen. Wang Yuqi, der Chef der Informationsabteilung Suifenhes, sagt, die Stadt solle bald das Shenzhen des Nordens werden. Für dieses ehrgeizige Unterfangen gebe es auch grünes Licht und jede Menge Hilfe von der Provinzregierung in Heilongjiangs Hauptstadt Harbin. Die südchinesische Metropole Shenzhen gilt als die Vorzeigemetropole des wirtschaftlichen und städtischen Wachstums in China. An diesem Ehrgeizigen Ziel wird auch schon kräftig gebastelt. Die Schienenverbindungen zwischen Suifenhe und Russland sowie der Distriktshauptstadt Mudanjiang sollen ausgebaut beziehungsweise aufgebaut werden. Auch wird an einer vierspurigen Schnellstrasse gebaut, die Suifenhe in einen 700 Kilometerlangen Wirtschaftskorridor von Harbin bis nach Russland besser mit einbinden soll. Wenn alle Pläne Realität werden, dann werde Suifenhe in knapp zehn Jahren seine Einwohnerzahl verdoppelt haben, sagt Wang Yuqi.
Helfen dieses Ziel zu erreichen, sollen auch ein neuer Flughafen und eine vor kurzem errichtete Steueroase vor den Toren der Stadt. Einige ausländische Investoren, wie etwa aus Südkorea, haben sich schon einen Platz inmitten der Oase gesichert. Wang Yuqi hofft, dass weitere Firmen folgen werden. Die Zeichen dafür stehen günstig. Denn die Stadt setzt alles daran, sich in nur wenigen Jahren in die Zukunft zu katapultieren. Davon zeugt auch das Digitale Zukunftszentrum von Suifenfe, dass die Vision einer modernen Metropole bereits auf Video, Computeranimationen und vieles mehr festgehalten hat. In spätestens zehn Jahren wird es dann wohl klar sein, ob Suifenhe bereits in der Zukunft angekommen ist.

























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