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Shoudu-Bibliothek
Im Zentrum der Shoudu-Bibliothek befindet sich der Biyong-Pavillon, wo die Kaiser ihre Vorlesungen hielten.
Die Shoudu-Bibliothek (chinesisch: 首都博物馆), auch Hauptstadt-Bibliothek genannt, die sich in der Nähe des Andingmen im Nordosten der Stadt Peking befindet, war in der Yuan-, Ming- und Qing-Dynastie die höchste Lehranstalt und wurde damals Guozijian (chinesisch: 国子监), auf deutsch: kaiserliche Akademie, genannt.
Alle wichtigen Gebäude in diesem Hof liegen auf einer symmetrischen von Süd nach Nord verlaufenden Achse. Hinter dem zweiten Eingang erhebt sich ein Ehrentor aus glasierten Steinen. Es wurde extra für die Lehranstalt errichtet. In Peking findet man kein zweites derartiges Ehrentor.
Biyong ist eine majestätische Halle, die sich hinter dem Ehrentor befindet. Sie gehört zu den wichtigsten Gebäuden im Hof. In dieser Halle hielt der Kaiser einst Vorträge vor den kaiserlichen Studenten. Dazu unsere Reiseleiterin Yang Jing:
"Die Halle Biyong befindet sich in der Mitte der kaiserlichen Akademie. Im Jahre 1783 begann man mit ihrem Bau. Ein Jahr später wurden die Bauarbeiten bereits abgeschlossen."
Wenn der Kaiser einen Vortrag hielt, versammelten sich oft 4.000 bis 5.000 Studenten vor der Piyong-Halle. In der Vergangenheit gab es leider keinen Lautsprecher. Daher standen vor der Halle zwei Helfer, die jedes Wort des Kaisers laut nachsagen mussten, damit die Zuhörer den Vortrag des Kaisers auch verstehen konnten.
Gemäß den traditionellen Regeln für die Anordnung von Gebäuden im feudalen China, nämlich: "Tempel links, Lehranstalt rechts", wurde die Guozijian im Jahre 1306 neben dem Konfuzius-Tempel, der gleichzeitig errichtet wurde, erbaut. Jedesmal, wenn der Kaiser eine Vorlesung in der Guozijian abhielt, bezeigte er zuerst im Konfuzius-Tempel, begleitet von hohen Beamten sowie Lehrern und Schülern, Konfuzius seine Verehrung. Die Yuan-Dynastie wurde von Mongolen gegründet, aber die damaligen Guozijian nahm nicht nur Söhne und Töchter der Mongolen auf, die die Sprache und Literatur der Han lernen sollten, sondern es kamen auch Kinder der Han dorthin, um die mongolische Sprache zu lernen. Die Guozijian gehörte zu den ältesten Lehranstalten Pekings. In der ersten Periode der Ming-Dynastie wurde sie in "Lehranstalt der Präfektur Beiping" umbenannt. Nach dem 2. Jahr der Regierungsperiode Yongle hieß sie dann wieder Guozijian.
Im Zentrum der Shoudu-Bibliothek befindet sich der Biyong-Pavillon, wo die Kaiser ihre Vorlesungen hielten. Der Pavillon zeichnet sich durch eine harmonische Konstruktion und prachtvolle Farben aus.
Nördlich des Biyong-Pavillons steht die Yilun-Halle - das Büchermagazin der Guozijian. Bevor der Biyong-Pavillon gebaut war, wurden die Zeremonien für die Vorlesungen der Kaiser in dieser Halle abgehalten.
Im 6. Regierungsjahr Yongzheng der Qing-Dynastie schickte Russland junge Leute zum Studium nach China. Zu ihrem Empfang wurde das Russische Heim in der Nähe von Guozijian gebaut.
In der Guozijian stehen 189 Steintafeln, auf denen 13 klassische Schriften eingemeißelt sind, und zwar das "Zhou Yi" (Buch der Wandlungen), das "Shang Shu" (Buch der Geschichte), das "Shi Jing" (Buch der Lieder), das "Zhou Li" (Ritual der Zhou-Dynastie), die "Yi Li" (Zeremonienregeln), das "Li Ji" (Buch der Riten), die "Chun Qiu Zuo Zhuan" (Frühlings- und Herbstannalen, Zuo Zhuan), die "Chun Qui Gong Yang Zhuan" (Frühlings- und Herbstannalen, Gog Yang Zhuan), die "Chun Qui Gu Liang Zhuan" (Frühlings- und Herbstannalen, Gu Liang Zhuan), die "Lun Yu" (Gespräche von Konfuzius), das "Xiao Jing" (Pietät), das "Er Ya" (Lexikon für klassische Schriften) und die "Meng Zi" (Schriften des Menzius). Außerdem gibt es noch eine Steintafel, auf der Erlasse der Kaiser eingemeißelt sind.
Seit 1956 steht die Guozijian unter staatlichem Denkmalschutz. Im Winter desselben Jahres wurde dort die Shoudu-Bibliothek eingerichtet. Sie verfügt über zwei Millionen chinesische und ausländische Bücher, wobei wissenschaftlich-technische Bücher ein Viertel des Bücherbestandes ausmachen. Die Bibliothek legt großen Wert auf die Sammlung heimatkundlicher Materialien und Dokumente über das Pekinger Gebiet. Außerdem werden in dieser Bibliothek mehr als 30000 kostbare Bände der Song-, Yuan-, Ming- und Qing-Dynastie aufbewahrt sowie eine Anzahl bekannter klassischer literarischer Werke wie etwa die beiden im 4. Jahr der Regierungsperiode Tianqi der Ming-Dynastie herausgegebenen Romane "Jing Shi Tong Yan" (Geschichte zur Warnung) und "Xing Shi Heng Yan" (Aufrüttelnde Geschichte) sowie ein 2358bändiges Sammelwerk der Volksdichtung, gesammelt vom Che-Fürstenhof, das die Zeit von der Regierungsperiode Daoguang bis zum Ende der Qing-Dynastie umfasst.

























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