China Reisen » Reiseziele > Provinzen > Fujian > Quanzhou
Quanzhou
Quanzhou ist der Ausgangspunkt der maritimen Seidenstraße.
Die Stadt Quanzhou (chinesisch: 泉州) liegt im Südosten der südchinesischen Provinz Fujian (chinesisch: 福建) und verfügt über eine 421 Kilometer lange Küstenlinie sowie große und tiefe Meeresgebiete. Deshalb verfügt die Stadt auch über einen hervorragenden Naturhafen, in dem auch Großschiffe anlegen können. In der chinesischen Antike legten von Quanzhou aus Frachtschiffe voller Seide und Porzellan ab und segelten entlang der Küste durch den Indischen Ozean bis zum Persischen Golf. Quanzhou war der Ausgangspunkt einer pulsierenden Schlagader über das Meer, welche Asien, Afrika, Europa und Amerika miteinander verband.
Der rege Handelsverkehr ermöglichte auch einen kulturellen Austausch zwischen den verschiedenen Nationalitäten. Der Zuzug von Han-Chinesen aus Zentralchina nach Quanzhou förderte außerdem die Verbreitung moderner Produktionsmittel und Schiffbautechniken. Erst dies ermöglichte den regen Schiffsverkehr von Quanzhou aus mit der restlichen Welt. In der mittleren Periode der Tang-Dynastie (742-820) diente diese Seidenstraße auf dem Meer als ein wichtiger Exportweg für Seide. Zur Blütenzeit der Song- und Yuan-Dynastie (960-1279 beziehungsweise 1279-1368) war der Hafen von Quanzhou einer der größten der Welt. Händler und Geschäftsleute verschiedener Herkunft, aus ganz China und aus dem Ausland, trafen in Quanzhou zusammen. Auf den Piers stapelten sich importierte Gewürze und Juwelen sowie zu exportierende Seide und Porzellan. Handelsschiffe aus aller Welt legten damals dort an, Gesandte machten sich von Quanzhou aus mit ihren Tributzahlungen auf dem Weg zum Empfang beim Kaiser. Ende der Song-Dynastie wurde in Quanzhou sogar eine amtliche Poststation zum Empfang ausländischer Gesandter errichtet. Geschäftsleute aus aller Welt wohnten konzentriert im südlichen Teil der Stadt, der später dann auch als Ausländerviertel bezeichnet wurde.
In der Yuan-Dynastie galt Quanzhou (chinesisch: 泉州) als der wichtigste Hafen Chinas. Zu jener Zeit hatte Quanzhou mit über 100 Staaten und Regionen der Welt über das Meer Handelsbeziehungen. Mit Geschäftspartnern in Südostasien, Südasien, Westasien, Afrika und Europa fand ein reger Austausch statt, und mit Handelsschiffen wurden die Technik für die Seidenraupenzucht, feines Porzellan aus der Song-Dynastie und blauweißes Porzellan auch nach Südostasien verschifft. Im Gegenzug wurden Farbstoffe aus Südostasien, die Kalenderrechnung aus Ägypten, Gewürze aus Indien sowie Arzneimittel, Khinozeroshorn, Juwelen, Diamanten und exotische Tiere aus anderen Teilen der Welt nach China gebracht. Jedes Großschiff konnte etwa 200 bis 300 Tonnen Güter laden, und der atemberaubende Blick auf mehrere Großschiffe gleichzeitig im Quanzhouer Hafen war keine Seltenheit, Viele Schiffe sind sogar bald nach dem Ablegen, oft auch wegen Überladung, gesunken, und so liegen heute auf dem Meeresboden vor Quanzhou noch Hunderte von Schiffwracks mit Porzellanladungen aus der Song-, der Yuan-, der Ming- und der Qing-Dynastie.
Wie in anderen chinesischen Hafenstädten sind auch in Quanzhou alte Kulturdenkmäler erhalten, dank denen die Geschichte dieses wichtigen Standortes für den Kulturaustausch an der Küste dokumentiert wurde. Darunter befindet sich die erste steinerne Meeresbrücke in China, die Luoyang-Brücke. Diese Brücke gilt als das erste Projekt der Welt, bei dem Biologie und All diese religiösen Bauten und Relikte gehen auf den regen Handelsverkehr auf dem Meer zurück und stehen auch im Zusammenhang mit der Verehrung von Meeresgöttern. Vor dem Ablegen aus dem Quanzhouer Hafen wurden beispielsweise im Tingfu-Tempel am Fuße des Jiuri-Berges im westlichen Vorort von Quanzhou Zeremonien abgehalten, um den Gott des Windes um eine sichere Überfahrt zu bitten. Mazu, die chinesische Göttin der Seefahrt, wurde ebenfalls verehrt. Aufgrund ihrer wichtigen Stellung und Einflußstärke wurde Quanzhou rasch die Hochburg des Mazu-Glaubens und war deshalb unter den Chinesen sehr bekannt. Bei den Zeremonien wurden auch Gebete in Felsen eingraviert, und Teile dieser Gravuren sind heute noch zu erkennen. Die wertvollen Steininschriften sind auch bedeutende Dokumente des Warenhandels auf dem Meer sowie für den inoffiziellen Austausch zwischen Quanzhou und Regionen in Südostasien, im Indischen Ozean, am Persischen Golf, am Roten Meer sowie in Ostafrika. Die Inschriften sind seltene Beweisstücke der Geschichte der Seefahrt im antiken China und ein Denkmal der maritimen Seidenstraße.
Sehenswürdigkeiten in Quanzhou
Der Kaiyuan-Tempel (chinesisch: 开元寺) ist eine während der Song-Zeit errichtete riesige Tempelanlage etwas außerhalb des Stadtzentrums. Obwohl sie nur in Teilen erhalten ist, bedeckt sie immer noch eine Fläche von 6000 Quadratmetern. Sie wird von den im 13. Jahrhundert hinzugefügten Zwillingspagoden dominiert, die sehr solide gebaut sind und neben einigen Erdbeben auch die Kulturrevolution unversehrt überlebt haben. Die Pagoden wie die Haupthalle sind von kostbaren Schnitzereien geschmückt. Am westlichen Ende der Anlage steht ein alter Maulbeerbaum, an dem der Legende zufolge Lotusblüten erschienen sind, was den Anlass zum Bau des Tempels gegeben hat und auch für den Nebennamen des Tempels, Lotusblütentempel verantwortlich ist.
Die Qingjing-Moschee (chinesisch: 清净寺) ist ebenfalls nur in Teilen erhalten, sie ist jedoch um das Jahr 1000 gegründet und damit eine der ältesten Moscheen, die es in China noch gibt. Da sie für chinesische Verhältnisse einen sehr arabischen Stil aufweist, ist sie Beleg dafür, wie hoch die Zahl arabischstämmiger Einwohner Quanzhous in der Zeit der Blüte der Stadt gewesen sein muss.
Der Guandi Miao (chinesisch: 关岳庙) ist dem Helden Guan Yu gewidmet. Dieser sehr lebhafte Tempel wird von lebensgroßen Wächter-Statuen auf Pferden bewacht; im inneren kann man Wandgravuren besichtigen, die Szenen aus dem Leben von Guan Yu zeigen.
Das Meeresmuseum zeigt die Geschichte des Seehandels, der Quanzhou einmal reich gemacht hat. Es besitzt unzählige Schiffsmodelle, unter anderem auch jener Schiffe des legendären Admirals Zheng He, und illustriert, wie weit voraus China dem mittelalterlichen Europa war.



























Mit unserer interaktiven 
