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Qingming-Fest
Das Qingming-Fest ist eines der beliebtesten traditionellen Feste Chinas.
Seit alters her gehen Alt und Jung am Qingming-Fest (chinesisch: 清明节) aus der Stadt hinaus, um die Gräber zu reinigen und einen Frühjahrs spaziergang zu machen.
Man fegt die Gräber, legt Nahrungsmittel, Blumen und Gegenstände, die den Verstorbenen zu ihren Lebzeiten gefielen, vor die Gräber, zündet Weihrauchstäbchen an und verbrennt Totengeld. Im Süden, im kantonesischen Teil Chinas, kann man zu dieser Zeit auf den Straßen viele Händler sehen, die neben Papiergeld auch Autos, Anzüge, und Schuhe aus Papier anbieten, die zu diesem Zweck verbrannt werden. Die verbrannten Dinge sollen den Vorfahren zur Verfügung stehen und sie freundlich gegenüber ihren Nachfahren stimmen, deren Geschicke sie leiten. An diesem Tag essen viele Chinesen nur kalte Speisen.
Zu dieser Zeit ist der Winter gerade vorbei, und es wird wärmer draußen; die Blumen und Bäume beginnen zu blühen; die Stimmung ist lebendig und voller Reize.
Qingming bedeutet auf deutsch wörtlich so etwas wie "Helles Licht", Das Qingming-Fest hat in China eine lange Tradition. Ursprünglich entstand es im Zuge der Entwicklung der Bestattungsbräuche und dem Gedenken an die Ahnen. Noch heute ist das Qingming-Fest ein traditionelles Fest zur Erinnerung an die Toten.
Im Gegensatz zum Totensonntag, der in Deutschland im November gefeiert wird, fällt das chinesische Totenfest nach dem chinesischen Mondkalender auf den 106. Tag nach der Wintersonnenwende Dongzhi (chinesisch: 冬至), also ungefähr auf den 4. oder 5. April. Deshalb ist der Tag des Qingming-Festes einer der 24 Tage, mit denen nach dem chinesischen Mondkalender das Jahr unterteilt wird.
Das Qingming-Fest (chinesisch: 清明节) wird auch als „Fest des kalten Essens" genannt. Dies geht auf eine Geschichte zurück, die sich während der Frühlings- und Herbstperiode und der Zeit der Streitenden Reiche ereignet haben soll:
Wengong vom Fürstentum Jin, der eigentlich Zhong'er hieß und der Sohn von Xiangong war, musste aus seiner Heimat fliehen und 19 Jahre in der Fremde ziellos herumziehen. Die meisten der Getreuen, die mit ihm geflohen waren, ertrugen die Qualen nicht und wandten sich von ihm ab. Nur Jie Zitui und fünf bis sechs andere hielten treu zu ihm und blieben bis zum Ende der Verbannung bei ihm. Einmal äußerte Wengong, er würde gerne Fleisch essen, da schnitt Jie Zitui heimlich ein Stück Fleisch aus seinem Arm, kocht es und gab es dem Prinzen. Mit Hilfe des Herrschers des Staates Qin, Fürst Mugong, wurde Wengong schließlich Fürst von Jin. Da veranlasste er, dass all die Getreuen, die ihm gefolgt waren, mit einem Stück Land belehnt werden sollten. Jie Zitui und seine Mutter waren sich einig, nicht nach Reichtum und Rang zu streben. Sie gingen zum Berg Mianshan, um dort als Einsiedler zu leben. Wengong erinnerte sich später an seinen Gefolgsmann und machte sich auf, um Jie zu suchen. Aber er fand auf dem Berg keine Spur von den beiden. Nun wusste Wengong aber, dass Jie seine Mutter treu und innig liebte. So kam er auf den Gedanken, Feuer legen zu lassen, in der Hoffnung, dass Jie seine Mutter in Sicherheit bringen und herauskommen würde. Damit hatte er jedoch keinen Erfolg. Drei Tage und drei Nächte wütete das Feuer, dann war der ganze Berg kahl gebrannt. Wengong schickte Leute auf die Suche nach den beiden.
Schließlich entdeckten sie Jie Zitui und seine Mutter. Beide waren rot. Im Sterben hatten sie eine halbverbrannte Weide umarmt. Wen-gong war erschüttert. Er ließ die beiden auf dem Berg bestatten und einen Tempel zu ihrer Erinnerung errichten. Den Namen des Berges änderte er zu „Jie". Zur ewigen Erinnerung an die Freundschaft mit Jie ließ er die Weide abhacken und Schuhe aus dem Holz machen. Täglich schaute er diese lange an und seufzte: „Oh, Bedauernswerter unter meinen Füßen." Daher redete man enge, aufrichtige Freunde in Briefen manchmal mit „Unter den Füßen von X (Name des Briefempfängers)" an, als Zeichen der Hochachtung und Freundschaft.
Es war am Qingming-Fest (chinesisch: 清明节), als der Fürst von Jin Feuer an den Berg Mianshan legen ließ. Um Jie Zituis edler Haltung „Ich gehe lieber in den Tod, als Fürst zu sein" zu gedenken, verzichteten viele Familien darauf, an diesem Tag Feuer anzuzünden oder zu kochen. Man aß bereits zubereitete kalte Speisen. So bildete sich dann die Gewohnheit dieses einzigartigen „Fest des kalten Essens" heraus. Außerdem ging man an diesem Tag hinaus, um die Gräber der Ahnen zu reinigen und der Verstorbenen zu gedenken. Es ist bis heute ein Totengedenktag geblieben.
Hintergrundinformationen über das Qingming-Fest (chinesisch: 清明节)
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