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Qilou
Qilou ist der typische alte Baustil der Stadt Guangzhou.
Wenn man Qilou erwähnt, denkt man sofort an die alten Gebäude entlang der Straßen in der Stadt Guangzhou. Die wörtliche Übersetzung des Namens Qilou ist "reitendes Gebäude" (chinesisch: 骑楼), der eigentlich eine anschauliche Beschreibung des Baustiles dieser Gebäude ist. Die Besonderheit dieser Häuser ist, dass die Fläche des Erdgeschoss nur die Hälfte des Obergeschoss ausmacht und der nach außen gewölbte Teil des Obergeschoss nur auf 2 Säulen ruht, als ob das Obergeschoss reiten würde. Dadurch haben diese Häuser den Namen "reitendes Gebäude" bekommen.
Qilou ist am Ende des 20. Jahrhundertes nach dem ersten Opiumkrieg entstanden. Wegen der zwanghaften Öffnung nach außen wurden viele westliche Gebäude in der Hafenstadt Guangzhou aufgebaut. Die einheimischen Architekten haben dann den westlichen Baustil wie Barock und Antike übernommen und dann mit dem typischen kantonesischen Stil zusammengelegt. Man kann das Qilou nicht nur als eine Mischung des chinesischen und westlichen Baustiles, sondern auch als eine echte Widerspiegelung der Geschichte der Kolonialzeit betrachten.
Dieses Erbe der Geschichte hat auch ihre praktische Funktion. Früher dienten die Qilou als Häuser für Geschäfte. Im Erdgeschoss befand sich der Laden oder das Geschäft und darüber die Wohnung. So konnte jede Familie mit einem kleinen Geschäft auf eigenen Beinen stehen und schaffte zudem auf dem größeren Obergeschoss mehr Platz für die Familie. Hinzu kommt, dass die Qilou dem Klima in Guangzhou angepasst sind. In Guangzhou herrscht ein subtropisches Klima und es regnet besonders viel im Sommer. Das größere Obergeschoss kann die Leute vor dem Regen schützen und außerdem kann man auch während des schlechten Wetters shoppen.
Die ganz typischen Qilous kann man einfach in den alten Bezirken der Stadt finden, zum Bespiel dem Liwan-Bezirk, Dongshan-Bezirk sowie am nördlichen Ufer des Perlflusses. Davon gilt der Liwan-Bezirk, der im Volksmund Xiguan genannt wird, heute schon als ein touristisches Ziel der Stadt. Dort kann man nicht nur die Qilou und die typischen Häuser von Xiguan ansehen, sondern auch das Leben des kantonesischen Volkes kennenlernen und miterleben. Das nördliche Ufer des Perlflusses ist auch besuchenswert, da dort eine große Menge von Gebäuden der alten Regierung stehen und deren Aussehen schön und eigenartig ist.
Seit der wirtschaftlichen Entwicklung der 80er Jahren haben die Qilou allmählich ihre Bedeutung für die Wirtschaft verloren. Viele Qilous wurden schon von den Wolkenkratzern ersetzt, was auch als eine Verletzung der kantonesischen Volkskultur betrachtet wird. Man muss die Qilou, ein Produkt der Zeit gut bewahren, da sie ein Teil der kantonesischen Geschichte und der Stadt Guangzhou sind.



























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