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Pingyao
Die alte Stadt Pingyao hat in der chinesischen Finanzgeschichte in der Neuzeit einen besonderen Platz eingenommen.
Pingyao (chinesisch: 平遥) liegt am östlichen Rand des nordchinesischen Lößplateaus in der Provinz Shanxi (chinesisch: 山西), am Übergang des Beckens von Taiyuan in das Schwemmgebietes der Flüsse Hui Ji und Liu Gen. Das Klima ist kontinental geprägt, mit langen kalten Wintern und milden bis warmen Sommern. Westlich der Stadt fließt der Fluss Fen, einer der Zuflüsse des Huang He. Den Hauptteil der Bevölkerung stellen Han-Chinesen, weitere Bevölkerungsgruppen sind Hui-Chinesen, Mandschu und Mongolen.
Die alte Stadtmauer von Pingyao entstand in der Regierungsperiode von Xuanwang der Zhou-Dynastie, aber die heutige Form stammt aus der Ming-Zeit. In der Ming-Zeit wurde die Mauer erneut gebaut oder erweitert. Die Mauer befindet sich in der Kreisstadt Pingyao in der Provinz Shanxi.
Die Stadtmauer Pingyaos hat viele Seiten, die nach Abschnitten gebaut wurden. Insgesamt 7l Wände sind sehr schön geformt und besitzen komplette Schutzanlagen. Die Form der Altstadt ist uralt und die Bauweise und die Materialauswahl sind fein. Die Altstadt bietet unschätzbare Forschungsdaten über die Architektur der chinesischen Altstädte.
Die Stadt Pingyao ist viereckig angelegt und besitzt eine Stadtmauer mit einem Umkreis von 6 163 m. Die Mauer hat insgesamt 3 000 Löcher und 72 Wachtürme, sie symbolisieren angeblich „die 72 Weisen und 3 000 Anhänger von Konfuzius". Das Gesicht der alten Stadt ist noch dort zu erkennen, wo alte Gebäude und die Stadtmauer sich ineinander spiegeln.
Das südliche Tor ist der Kopf der Schildkröte, und die zwei Brunnen vor dem Tor symbolisieren ihre beiden Augen. Das nördliche Tor ist der Schwanz der Schildkröte und auch der niedrigste Punkt der ganzen Stadt. Alle Abwässer in der Stadt werden von hier abgeleitet. In der traditionellen chinesischen Kultur gilt die Schildkröte als ein Symbol der Langlebigkeit. Die Form der Stadtmauern hat den Wunsch der Chinesen in der alten Zeit gezeigt, daß die Stadt Pingyao durch die Kräfte der mythischen Schildkröte immer felsenfest bleiben und ewig fortleben sollte.
In der isolierten Stadt dient die schnurgerade Nord-Süd-Straße im Zentrum als eine Hauptachse. Große und kleine Straßen verlaufen kreuz und quer, und die ganze Planung der Stadt ist wohlgeordnet und klar gegliedert.
Die Wohnbauten in Pingyao sind einförmige ebenerdige Häuser um viereckige Höfe mit grauen Ziegeln. Sie haben eine klare Mittelachse und sind symmetrisch an beiden Seiten davon verteilt, damit sie von einer deutlichen Gliederung geprägt sind. Jeder Wohnhof ist isoliert, und die Mauern darum sind 7 bzw. 8 m hoch. Die größte Eigenart der Wohnhäuser in Pingyao liegt darin, daß die Hauptzimmer in der Mitte die Form der Wohn- und Vorratshöhlen in Nordwestchina beibehalten haben, wobei kunstvolle Holz- bzw. Ziegelschnitzereien sowie Fensterdekorationsscherenschnitte eingesetzt sind. Dies verkörpert eine starke ortsübliche Atmosphäre. Die zur Zeit bestehenden mehr als 4000 Wohnhäuser in Pingyao sind meistens während der Ming- und Qing-Zeit gebaut, über 400 davon sind ganz gut erhalten, was als die bis jetzt best erhaltenen alten Zivilbaukomplexe in den von der Han-Nationalität bewohnten Gebieten gilt.
In der alten Stadt gibt es 6 große Tempelbaukomplexe und zahlreiche Geschäfte und Läden an beiden Seiten der Straßen. Alle diese Bauten sind Originale der alten Zeit. Die Dächer der Geschäfte mit gelben und grünen glasierten Ziegeln sowie mehrere große graue Häuser bieten ein Symbol des hohen gesellschaftlichen Rangs. Solche alte Bauten haben das Antlitz der gedeihenden Märkte in der Ming- und Qing-Dynastie wahrhaft geschildert.
Die Altstadt Pingyao ist nicht nur als eine historischkulturelle Stadt Chinas bekannt, sondern wurde auch von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.
Die UNESCO hat sie mit folgenden Worten bewertet: Die alte Stadt Pingyao ist die am vollkommensten erhaltene alte Kreisstadt in China. In der Entwicklung der chinesischen Geschichte hat sie eine ungewöhnliche vollständige Bildrolle über die kulturelle, gesellschaftliche, wirtschaftliche und religiöse Entwicklung gezeigt.
Die alte Stadt Pingyao hat in der chinesischen Finanzgeschichte in der Neuzeit einen besonderen Platz eingenommen. In 1824 entstand in Pingyao das erste Geldinstitut in China, "Ri Sheng Chang", wobei das traditionelle Barzahlungssystem durch Geldanweisung ersetzt wurde. Später wurden die Geschäfte von "Ri Sheng Chang" nicht nur überall in China, sondern auch in andere Länder wie Japan, Singapur und Rußland erweitert, und das Geldinstitut wurde als "die erste Privatbank unter dem Himmel" bezeichnet. Unter der Unterstützung von "Ri Sheng Chang" wurde das Geldinstitutswesen in Pingyao rapid entwickelt. In der Blütezeit gab es dort insgesamt 22 Geldinstitute, die die Hälfte der Gesamtzahl solcher Institutionen im ganzen Land ausmachten. Damit wurde Pingyao zum Zentrum des chinesischen Finanzwesens.
Die gegenwärtige Westliche Straße von Pingyao ist gerade die "Finanzstraße" vor über 100 Jahren. Zur Zeit gibt es auf der Westlichen Straße noch immer zahlreiche Läden mit gedeihenden Geschäften. Unter diesen Läden ist das Geldinstitut "Ri Sheng Chang", das Modell der ersten modernen Bank in China. Mit einer kleinen Fassade ist es gar nicht imposant. Allerdings war dieser abgelegene, unauffällige Hof einmal die Zentrale eines großen Finanznetzes, das In- und Ausland bedeckte.
Die alte Stadt Pingyao war brillant, und heutzutage ist es nach wie vor voller Attraktion. Eine alte Stadtmauer hat Pingyao in zwei Welten mit sehr unterschiedlichen Stilen abgeteilt. Bei Straßen, Geschäften und Gebäuden innerhalb der Stadtmauer ist die Form vor 600 Jahren noch erhalten. Das Gebiet außerhalb der Stadtmauer wird als "die neue Stadt" bezeichnet. Es ist ein schöner Reiseort sowohl mit alten als auch mit modernen Gebäuden.



























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