Naturhistorische Museum Peking
Das Naturhistorische Museum Peking ist nicht nur ein wissenschaftliches Forschungsinstitut, sondern auch eine Stätte für die Popularisierung der Naturwissenschaften.
Das Naturhistorische Museum Peking (chinesisch: 北京自然博物馆) ist in vier Abteilungen untergliedert: die paläontologische, die zoologische, die botanische und die paläoanthropologische. Es befindet sich im Pekinger Stadtbezirk Chongwen (chinesisch: 崇文) auf der Tianqiao-Nan-Straße Nr. 126. Es wurde ursprünglich im April 1951 unter dem Namen Nationales Zentrales Naturhistorisches Museum (chinesisch: 中央自然博物馆) gegründet, 1962 erhielt das "Beijing Museum of Natural History" seinen heutigen Namen.
In der Ausstellung wird dargestellt, wie die in der Natur existierenden verschiedenartigen Organismen sich in einer langandauernden Evolution von niederen zu höheren Stufen und von einfachen zu komplizierten Organismen entwickelten.
Die botanische Abteilung stellt durch zahlreiche Präparate und Fossilien die wichtigsten Pflanzenarten und ihre Entwicklung dar. Bakterien und Algen sind die ältesten und strukturell einfachsten pflanzlichen Lebewesen auf der Erde. Die meisten Algen sind Meeresbewohner. Eine Art Algenfossil wurde in Erdgeschichten aus der Sinian-Periode gefunden. Dieses Fossil entstand vor 1,8 Milliarden bis 600 Millionen Jahren.
Später bildeten sich dann die Urfarnpflanzen heraus, die am einfachsten gebauten, zuerst blattlosen Farnpflanzen des Erdaltertums. Die eigentlichen Farne treten erst später auf. Hier sind also Fossilien der Farnpflanzen aus der Steinkohlenzeit und Präparate der heutigen Farne ausgestellt.
Die Nacktsamer sind im Vergleich zu den Bedecktsamern die primitivere und auch ältere Gruppe der Samenpflanzen. Sie entstanden in der mesozoischen Ära (vor 222 bis 70 Millionen Jahren). Von den vielfältigen noch heute in China vorkommenden Nacktsamern, die hier in dieser Ausstellungshalle zu sehen sind, zählen der Ginkgo, die Metasequoia, die Silbertanne (Cathaya argyrophylla) und die Scheinlärche (Pseudolarix kaempferi) zu den weltbekannten "lebenden Fossilien".
Dann ist noch die Hauptgruppe der Samenpflanzen zu nennen, die Bedecktsamer, die auch ausgestellt sind. Sie werden in einkeimblättrige (ca. 50000 Arten) und zweikeimblättrige (ca. 200000 Arten) unterteilt.
In der zoologischen Abteilung wird eine reiche Sammlung heute lebender Tiere gezeigt, von den einfachsten, einzelligen Lebewesen angefangen bis zu den höchsten Primaten. Zu den wirbellosen Tieren gehören die Schwämme, die Hohltiere, die Blattwürmer, die Rundwürmer, die Anneliden, die Weichtiere, die Gliedertiere und die Stachelhäuter. Die ausgestellten Korallen-, Muschel-, Krabben, Krebse- und Insekten-Präparate ziehen immer wieder die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich.
Unter den ausgestellten Wirbeltieren gilt es, auf einige wertvolle, lediglich in China zu findenden Tierarten hinzuweisen, wie den Löffelstör (Psephursus gladius), die Stachelflosser (Myxocyprinus asiaticus), den Riesensalamander (Megalobatrachus davidianus), das Yangtse-Krokodil (Alligator sinensis), den großen Panda, den Goldhaaraffen (Rhinopithecus rexellanae), die Rindergemse (Budorcas taxicolor) und den Südwasser-Delphin (Lipotes vexillifer).
In der paläontologischen Abteilung sind hauptsächlich Fossilien der Paläovertebraten ausgestellt, die sich von aquatischen zu terrestrischen Tieren, von wechselwarmen zu warmblütigen Tieren und von eierlegenden zu lebengebährenden Tieren entwickelt haben. In dieser Ausstellungshalle werden hauptsächlich Übergangstypen zwischen den verschiedenen Arten präsentiert, beispielsweise eine Fischart mit mehreren Kiemen, Fossilien von Basalt-Fröschen (Rena basaltiva) und Miozän-Lurchen (Procynops miocenicus). Auch gut erhaltene Fossilien von Dinosauriern, die nach der Gründung der Volksrepublik China entdeckt wurden, sind zu sehen. Der Mamenchisaurus war 22 m lang und 3,5 m hoch. Er lebte in der späteren Jurazeit. Ein weiterer Dinosaurier aus der späten Kreidezeit - Hadrosauridae - war 8 m hoch und 15 m lang. Neben diesen landbewohnenden Reptilien gibt es noch Fossilien von Reptilien, die im Wasser und in der Luft lebten, wie der Dsungaripterus und der Ichthyosaurus. Der erstere wurde in Xianjiang gefunden, hatte 2 m lange Flügel und lebte in der späten Kreide-Periode am Wasser. Der letztere, der Himalayasuarus, der in Tibet gefunden wurde, ist ein Beweis dafür, dass dort, wo heute das "Dach der Welt" ist, in der Urzeit ein Meer war.
Die letzte Ausstellungshalle ist schließlich der Entstehung des Menschen (Homo sapiens) gewidmet. Her wird gezeigt, wie sich der Homo sapiens im natürlichen Systems der Lebewesen in die Familie der Hominiden einreiht. Es sind Modelle des Peking-Menschen (Sinanthropus pekinensis), der Menschen von Yuanmo, Lantian (S. lantienensis), Dingcun, Banpo und Longshan (alle in China gefunden) zu sehen. Auch Modelle des Homo habilis, des Java-Menschen, des Homo neanderthalensis und des Cromagnon-Menschen sind ausgestellt.











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