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Macaos historisches Stadtzentrum
Das historische Zentrum Macaos liegt an der Stelle der ersten Siedlung in Macao
Das historische Zentrum Macaos ist lebendiges Zeugnis für das erfolgreiche Neben- und Miteinander östlicher und westlicher Kulturen.
Von der UNESCO im Sommer 2005 zum Weltkulturerbe ernannt, ist es die 31. Sehenswürdigkeit Chinas, die in diese Liste auf-
genommen wurde. Besonders zu schätzen ist, dass die architektonische und städtische Infrastruktur dieses Erbes eine Gesamtheit bilden und ihre ursprüngliche Funktion bis auf den heutigen Tag behalten hat. Gleichzeitig verkörpert die Altstadt einen Teil der Geschichte – sowohl der chinesischen als auch der Welt. Die internationale Anerkennung wird das Bewusstsein der Einwohner Macaos wie der Besucher sowie die Wertschätzung des kulturellen Erbes weiter steigern.
„Das historische Zentrum Macaos“ liegt an der Stelle der ersten Siedlung und umfasst ihr architektonisches Erbe. Dazu zählen Straßenzüge und Plätze wie der Barra Platz, der Lilau Platz, der St. Augustine Platz, der Senatsplatz, der Platz vor der Kathedrale, der St. Dominik Platz sowie die Plätze Gesellschaft von Jesus und Camoes.
Der A-Ma Tempel
Den Tempel zu Ehren der Göttin A-Ma gab es bereits vor der Gründung der Stadt Macao (chinesisch: 澳门). Er besteht aus dem Eingangspavillon, dem Torbogen der Erinnerung, der Gebetshalle, der Halle des Wohlwollens, der Halle von Guanyin und dem Zhengjiao Chanlin (ein buddhistischer Pavillon). Die zahlreichen Pavillons innerhalb dieses Tempelkomplexes, die der Verehrung unterschiedlicher Gottheiten gewidmet sind, zeigen, dass der A-Ma Tempel ein einzigartiges Beispiel der chinesischen Kultur ist. Konfuzianismus, Taoismus, Buddhismus und Volksglaube haben die Anlage bereichert.
Die Maurenbaracken
In dem 1874 errichteten Gebäude war ursprünglich ein indisches Regiment aus Goa untergebracht. Dieses unterstützte Macaos Polizeikräfte. Heute dient es als Zentrale der Schifffahrtsbehörde. Die Maurenbaracken sind ein neoklassizistisches Gebäude, das architektonische Elemente des kaiserlichen Indiens aufweisen.
Lilau Platz
Das Grundwasser von Lilau war lange Zeit die Hauptquelle Macaos. Die Redewendung „Wer vom Wasser von Lilau trinkt, vergisst Macao (chinesisch: 澳门) niemals“ drückt die nostalgische Verbundenheit der Einheimischen mit dem Lilau Platz aus. Dieses Viertel war eines der ersten, portugiesischen Wohngebiete in Macao (chinesisch: 澳门).
Haus des Mandarins
In dem 1881 erbauten chinesischen Wohnhaus lebte der bekannte Schriftsteller Zheng Guanying. Es ist ein traditioneller Gebäudekomplex mit mehreren Innenhöfen. Westliche Bauelemente, wie die grauen Ziegelsteine, stehen im Kontrast zu den verzierten Tor- und Fensterbögen sowie chinesischen Holzfenstern umrahmt von Läden aus Perlmutt indischen Ursprungs.
St. Lawrence Kirche
Die Jesuiten erbauten die St. Lawrence Kirche, eine der drei ältesten Macaos, Mitte des sechzehnten Jahrhunderts. Ihr heutiges Aussehen und ihre Größe stammen aus dem Jahre 1846. Da sie an der Südküste Macaos mit einer guten Aussicht auf das Meer liegt, versammelten sich dort die Familien der portugiesischen Seefahrer, um zu beten und auf die Rückkehr ihrer Lieben zu warten. Von den Chinesen erhielt sie deshalb den Namen „Feng Shun Tang“ (Halle der beruhigenden Winde). Das Viertel, in dem die Kirche steht, war relativ wohlhabend. Das erklärt die Größe der neoklassizistischen Kirche und ihre reiche Verzierung, die dekorative, barocke Elemente aufweist.
Kirche St. Joseph
Seit seiner Gründung im Jahre 1728 war das alte Seminar – neben dem St. Pauls Kollegium – der wichtigste Standort der missionarischen Arbeit in China, Japan und der Region. Der Lehrplan am St. Josephs Seminar entsprach dem einer Universität. Deshalb verlieh die portugiesische Königin Dona Maria I ihm im Jahre 1800 den königlichen Titel „House of the Mission Congregation“. Neben dem Seminargebäude liegt die Kirche St. Joseph, deren Bau aus dem Jahre 1758 beispielhaft für die Barockarchitektur in China ist. Das stellt auch die Publikation der UNESCO „Atlas mundial de la architectura barroca“ (Weltatlas der Barockarchitektur) aus dem Jahre 2001 fest.
St. Augustine Platz
Am St. Augustine Platz stehen mehrere ausgezeichnete Gebäude, darunter die St. Augustine Kirche, das Dom Pedro V Theater, das Seminar St. Joseph und die Sir Robert Ho Tung Bibliothek. Die Pflastersteine unterstreichen die Gesamtheit des Platzes und spiegeln portugiesische Tradition wider.
Dom Pedro V Theater
Das 1860 erbaute Theater ist das erste westliche Haus seiner Art in China. Es hat 300 Sitzplätze und ist noch immer eine wichtige Kulturstätte der macanesischen Gemeinschaft. Das Theater wird weiterhin für wichtige öffentliche Veranstaltungen und Feiern genutzt.
Sir Robert Tung Bibliothek
Ursprünglich war das vor 1894 erbaute Haus die Residenz von Dona Carolina Cunha. Der Geschäftsmann Sir Robert Ho Tung aus Hong Kong erwarb es 1918, um hier seine Freizeit zu verbringen. Er starb 1955. In seinem Testament hatte er fest gelegt, dass es in den Besitz der Regierung von Macao (chinesisch: 澳门) übergehen soll, damit diese das Haus in eine öffentliche Bibliothek umwandele.
Senatsgebäude
Das ursprüngliche Gebäude wurde 1784 errichtet. Es war Macaos erste städtische Verwaltung, eine Funktion, die es bis zum heutigen Tag erfüllt. Der Name „Leal Senado“ (Loyaler Senat) hat seinen Ursprung in dem Titel „Stadt mit dem Namen unseres Gottes Macao (chinesisch: 澳门), es gibt keine loyalere“, den ihr 1654 der portugiesische König Dom Johannes IV verlieh. Das Senatsgebäude wurde im neoklassizistischen Stil errichtet. Die Wandmalereien, die Lage der Räume sowie die Anlage des Gartens im Innenhof entsprechen noch dem ursprünglichen Entwurf.
Kuan Tai Tempel
Der Tempel befindet sich nahe dem alten chinesischen Basarviertel, das heute als St. Dominiks Markt bekannt ist. Folglich hat sich die ehemalige Funktion des Viertels erhalten. Die chinesische Konstruktion im Herzen des wichtigsten Platzes der Stadt mit seiner primär westlichen Architektur belegt die harmonische Koexistenz der beiden Kulturen. Der Tempel wird mit alten, chinesischen Geschäftsvereinigungen in Verbindung gebracht, den Vorläufern der chinesischen Handelskammer in der Stadt.
Heiliges Haus der Gnade
Der erste Bischof Macaos gründete dieses Haus im Jahre 1569. Als Vorbild für die Einrichtung diente eine der bekanntesten und ältesten Wohltätigkeitsorganisationen Portugals. Sie gründete zudem das erste Krankenhaus westlicher Ausrichtung in Macao (chinesisch: 澳门) sowie einige andere wohltätige Institutionen, die es noch heute gibt. Der größte Teil des Gebäudes ist im neoklassizistischen Stil gehalten, weist jedoch auch manieristische Einflüsse auf.
Kathedrale
Um 1622 wurde die Kathedrale zunächst aus Taipa, einer Mischung aus Erde und Stroh, errichtet. Während der Restauration im Jahre 1780 fanden die Gottesdienste der Kathedrale in der alten Kapelle des Heiligen Hauses der Gnade statt. Die Fassade zeichnet sich durch ihre Säulen und doppelten Glockentürme aus, die auf die Straße hinausragen. Das Äußere ist mit Shanghai Gips verputzt, was der Kirche eine geduckte Erscheinung gibt.
Lou Kau Herrenhaus
Das Herrenhaus stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1889. Hier lebte Lou Kau, ein bekannter chinesischer Kaufmann, der zahlreiche beeindruckende Anwesen in der Stadt besaß. Die Lage dieses großen, alten Hauses beweist den vielfältigen, sozialen Charakter, der im Zentrum der alten christlichen Stadt vorherrschte. Denn das traditionelle chinesische Wohnhaus steht in der Nähe des Senatsplatzes und des Platzes vor der Kathedrale. Das zweistöckige Lou Kau Herrenhaus aus grauen Ziegeln mit großem Innenhof weist zudem Merkmale eines typisch chinesischen Wohnhauses aus Xiguan auf.
St. Dominiks Kirche
Drei spanische Dominikanermönche, die ursprünglich aus Acapulco in Mexiko kamen, gründeten diese Kirche im Jahre 1587. Sie ist zudem der Bruderschaft „Unsere Jungfrau des Rosenkranzes“ verbunden. Hier wurde am 12. September 1822 die erste portugiesische Zeitung, A Abelha da China („Die chinesische Biene“), auf chinesischem Boden herausgegeben. Im Glockenturm ist heute ein Museum für Sakralkunst mit etwa 200 Kunstwerken untergebracht.
Ruinen von St. Paul
Was heute Ruinen der Kathedrale von St. Paul genannt wird, war einst die Fassade der Kirche Muttergottes. Jesuiten erbauten die Kirche mit angrenzendem Kollegium zwischen 1602 und 1640. Im Jahre 1835 zerstörte ein Feuer die Gebäude. Die archäologischen Überreste des alten St. Pauls Kollegium bezeugen, dass hier die erste Universität westlichen Stils im Fernen Osten mit großem akademischen Angebot errichtet worden war. Die erhaltene Fassade ist heute symbolisches Eingangstor zur Stadt.
Na Tcha Tempel
Der Tempel aus dem Jahre 1888 ist Na Tcha geweiht. Der kleine traditionelle, chinesische Tempel steht in der Nähe der Überreste der ersten Jesuiten-Bauten in der Region. Damit belegt er die Dialektik westlicher und chinesischer Ideale als eines der besten Beispiele für Macaos multikulturelle Identität und religiöse Freiheit.
Stadtmauer
Erste Teile der Stadtmauer stammen aus dem Jahr 1569. Sie dienten der Verteidigung Macaos. Die noch vorhandenen Wälle belegen, dass die Portugiesen einheimische Materialien und Techniken benutzten. Auffällig ist vor allem die Verwendung von Chunambo, eine Mischung aus Ton, Erde, Sand, Reisstroh, zermalmten Steinen und Muschelschalen.
Festung
Gemeinsam mit den Jesuiten wurde die Festung zwischen 1617 und 1626 errichtet. Sie war die wichtigste Verteidigungsanlage der Stadt. In der Festung befanden sich Unterkünfte für die Soldaten, Brunnen, Kanonen und ein Lager, in dem sich ausreichend Munition und Nahrungsmittel befanden, um einer Belagerung von bis zu zwei Jahren stand zu halten. Die Grundfläche der Anlage beläuft sich auf 10.000 m2 in Form eines Trapezes. Die vier Ecken der Festung bilden die Bollwerke.
Casa Garden
Das Haus aus dem Jahre 1770 war ursprünglich der Wohnsitz eines reichen portugiesischen Händlers namens Manuel Pereira. Später mietete es die East India Company. Heute ist es der Hauptsitz der Oriental Foundation.
Protestantischer Friedhof
Die Anlage gibt Einblicke in die macanesische Gesellschaft. Der protestantische Friedhof - neben Casa Garden gelegen – erzählt die umfassende Geschichte der ersten protestantischen Gemeinde Macaos. Friedhof und Kapelle wurden 1821 errichtet. Die Kapelle wird heute zu Ehren von Robert Morrison (1782 – 1834) Morrison Kapelle genannt. Auch George Chinnery (1774 – 1852), ein wichtiger britischer Künstler, der zudem Handel mit China betrieb, liegt hier begraben. Neben einigen Angestellten der East India Company wurden zahlreiche Persönlichkeiten sowie Protestanten aus den Vereinigten Staaten und Britannien auf dem Friedhof beigesetzt.
Guia Festung
Die Festung wurde zwischen 1622 und 1638 erbaut. In der Festungsanlage befindet sich die Guia Kapelle, ursprünglich von Klarissen Nonnen errichtet. Diese lebten auf dem Areal, bevor sie das Kloster St. Klara gründeten. Die farbenfrohen Fresken der Kapelle zeigen westliche und chinesische Themen. Dabei stellen sie religiös und mythologisch inspirierte Motive dar. Auch sie sind ein perfektes Beispiel von Macaos multikulturellem Leben. Der Guia Leuchtturm aus dem Jahre 1865, der innerhalb der Anlage steht, ist der erste moderne Leuchtturm an der chinesischen Küste. Die Guia Festung sowie die Kapelle und der Leuchtturm sind Symbole für Macaos maritime, militärische und missionarische Vergangenheit.

























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