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Qinghai-Tibet-Eisenbahn oder Lhasa-Bahn
Die Qinghai-Tibet-Eisenbahn führt von Xining, Hauptstadt der Provinz Qinghai, bis nach Lhasa in Tibet.
Die Qingzang-Linie erstreckt sich mit einer Länge von l 956 km von Xining (chinesisch: 西宁) in Qinghai (chinesisch: 青海) über Gelmud (chinesisch: 格尔木) bis Lhasa (chinesisch: 拉萨) in Tibet (chinesisch: 西藏), und ist die höchste Eisenbahnlinie der Welt. Am l . Juli 2006 wurde die Qingzang-Linie dem öffentlichen Verkehr übergeben. Die Fertigstellung dieser Linie hat den schlechten Zustand des Verkehrsund Transportwesens in Tibet grundlegend verbessert und somit eine ständige Wirtschaftsentwicklung in Tibet in der Zukunft sichergestellt.
Bereits bei Gründung der Volksrepublik wurde der Bau einer Eisenbahnlinie nach Tibet von der Staatsführung geplant.
Streckenführung der Qinghai-Tibet-Eisenbahn
Die Gesamtstrecke der Qinghai-Tibet-Eisenbahn (chinesisch: 青藏铁路) beginnt in Xining, jedoch wird häufig Golmud als Anfangspunkt bezeichnet, da die 2006 fertiggestellte Neubaustrecke im südlich von Golmud gelegenen Nanshankou ansetzte. Bis dahin war Golmud Endpunkt des in den 1980er Jahren fertiggestellten, 814 Kilometer langen ersten Streckenabschnitts der in Xining beginnenden Qing-Zang-Bahn. Sie führt nach dem Kunlun-Pass über die kleinen Orte Budongquan, Wudaoliang, Tuotuoheyan (Gemeinde Tanggulashan) zum 5.220 Meter hohen Tanggula-Pass. Die höchste Tunnelstrecke liegt beim Pass und Berggipfel Fenghuo Shan (5262 m), nach dem ersten Drittel des Abschnitts zwischen Kunlun Shan und Tanggula-Pass, auf 4.905 Metern Höhe; den Scheitelpunkt der Strecke und Übergang ins Autonome Gebiet Tibet stellt der Tanggula-Pass (allerdings im offenen Gelände) dar. Wie schon zuvor führt die Strecke zunächst weiter durch die tibetische Hochebene, bis sie nach Damxung ins Tal des Flusses Doilung Qu absteigt und schließlich in Lhasa endet.
Die Weltrekorde der Qinghai-Tibet-Eisenbahn
Es ist die höchstgelegene Hochlandeisenbahnlinie der Welt. 960 Kilometer Strecke liegen mehr als 4000 m über dem Meeresspiegel. Der höchste Punkt liegt bei 5072 Meter. Mit 1142 Kilometern ist sie die weltweit längste Hochlandeisenbahnlinie. Die Tanggula-Station im Tanggula-Gebirge ist mit 5068 Metern über dem Meeresspiegel die höchstgelegene Eisenbahnstation der Welt. Der Tunnel durch den Fenghuo-Berg auf 4905 Metern über dem Meeresspiegel ist der weltweit höchstgelegene Tunnel in gefrorenem Boden. Der 1686 Meter lange Tunnel durch das Kunlun-Gebirge ist der weltweit längste Hochlandtunnel in gefrorenem Boden.
Das Tempo der Züge auf der Strecke Qinghai–Tibet wird in Gebieten mit gefrorenem Boden 100 Kilometern pro Stunde und in anderen Gebieten 120 Kilometer pro Stunde erreichen. Das ist die weltweit höchste Stundengeschwindigkeit von Zügen, die auf gefrorenem Hochlandboden fahren.
Ökologischen Besonderheiten entlang der Eisenbahnlinie
Die Strecke Golmud–Lhasa der Qinghai-Tibet-Eisenbahn liegt im Hinterland des Qinghai-Tibet-Plateaus und durchquert weite Gebiete in Qinghai und Tibet. Die Strecke beginnt im Norden, in Golmud, einer wichtigen Stadt im westlichen Teil der Provinz Qinghai. Sie verläuft dann nach Süden, im Wesentlichen parallel zur Landstraße Qinghai-Tibet. Über Nachitai, Wudaoliang, den Tuotuo-Fluss, Yanshiping und das Tanggula-Gebirge erreicht sie das Autonome Gebiet Tibet. Die Linie berührt dann Amdo, Nagqu und Dangxiong und endet schließlich in Lhasa, der Hauptstadt des Autonomen Gebiets Tibet. Auf dem Qinghai-Tibet-Plateau existiert ein einzigartiges Öko-System, das sich der enormen Höhe und tiefen Temperaturen angepasst hat. Es ist der Lebensraum einiger seltener, vom Aussterben bedrohter Wildtiere und -pflanzen, die nur hier zu finden und deshalb besonders zu schützen sind. Dauerfrostboden, Seen und Becken, Feuchtgebiete und sanfte, sich weit ausdehnende Hügelketten kennzeichnen die Geomorphologie des Plateaus. Viele große Ströme, darunter der Yangtze, der Gelbe Fluss, der Nujiang, der Lancangjiang und der Yarlung Zangbo entspringen dem Qinghai-Tibet-Plateau. Wegen der sehr unterschiedlichen Wasser- und Temperaturbedingungen innerhalb des Plateaus findet man neben Grasland und Wildnis Buschland und mit Gras bewachsene Sumpfgebiete, die alle durch ihre relativ hohe Lage über dem Meeresspiegel gekennzeichnet sind und ein kälteverträgliches Öko-System besitzen. Die größte Fläche nimmt in Qinghai und Tibet das Grasland ein. Es ist insofern weltweit einmalig, weil dort eine natürliche Entwicklung nahezu original zu studieren ist.
Das Qinghai-Tibet-Plateau hat eine große Anzahl seltener, nur dort lebender Arten. Zwar sind darunter nur wenige Säugetierarten, doch fast alle hier vorkommenden sind sehr selten. Von 16 Säugetierarten leben 11 Arten nur auf dem Qinghai-Tibet-Plateau, das sind 68,7 Prozent. Bei Vögeln liegt der Anteil bei 23 Prozent, sieben Vogelarten findet man nur hier. Es wachsen dort 199 Pflanzenarten, von denen über 80 nur auf dem Plateau vorkommen.
Das Qinghai-Tibet-Plateau hat mannigfaltige Landschaften. Vom Südosten bis zum Nordwesten findet man abwechselnd Gebüsch, grasbewachsenes Sumpfland, Grasland und Wildnis, letztere vor allem in hochgelegenen und sehr kalten Gebieten. Neben horizontalem Gelände gibt es auch nahezu vertikales, das außer Grasland auch Eis- und Schneegebiet aufweist. In mehreren Landschaftsgebieten sind kleinere Flächen mit Pflanzenteppichen bedeckt, die das Territorium noch reizvoller und mannigfaltiger machen.
Das Qinghai-Tibet-Plateau besitzt ein überaus empfindliches Öko-System. Wegen der Höhenlage, der dünnen Luft, der Kälte, der Dürre und der langsamen Prozesse des Materialkreislaufs und des Energiewechsels kann das Öko-System sehr leicht aus dem Gleichgewicht geraten. Wird die Vegetation zerstört, kann sie sich nur sehr langsam regenerieren, denn die Temperaturen sind lange Zeit niedrig und die jährliche Wachstumszeit ist sehr kurz. Die Zerstörung der Pflanzendecke würde das Auftauen des Dauerfrostbodens beschleunigen, was zu Bodenverwüstung und Erosion führen könnte. Ein Teil der Gebiete entlang der Qinghai-Tibet-Eisenbahn sind nicht bewohnt, so dass dort die ursprüngliche Natur nahezu erhalten geblieben ist.
Qinghai-Tibet-Eisenbahn verursacht keine Umweltschäden
Schon beim Bau der Qinghai-Tibet-Eisenbahn hat China großen Wert auf den Umweltschutz gelegt. Seit der Inbetriebnahme der Zugstrecke im vergangenen Juli hat die Qinghai-Tibet-Eisenbahngesellschaft nun weitere Umweltschutz-Regelungen eingeführt. Bislang konnte daher keine verstärkte Umweltverschmutzung in der Region festgestellt werden.
Auch bei den Bahnhöfen wird auf Umweltfreundlichkeit geachtet. Die Bahnhöfe werden mit sauberer Energie versorgt, geheizt wird beispielsweise mit Solarenergie. Aber auch entlang der Strecke wird an den Umweltschutz gedacht, jeder Waggon der auf dieser Strecke eingesetzt wird, ist mit Recycling- und Kläranlagen ausgestattet. Derzeit erarbeitet die Qinghai-Tibet-Eisenbahngesellschaft Vorschriften, um die Umweltverschmutzung durch Arbeiter und Angestellte sowie durch Passagieren vermeiden zu können.
Qinghai-Tibet-Eisenbahn eröffnet dem Tourismus große Chancen
Durch die Inbetriebnahme der Qinghai-Tibet-Eisenbahn ist der Tourismus in Tibet kaum noch wieder zu erkennen. Nach Schätzungen werden in diesem Jahr über 2,6 Millionen Touristen nach Tibet reisen.
Die Tourismuseinnahmen für Tibet werden 2,8 Milliarden Yuan (281 Millionen Euro) betragen, was einem Zuwachs von über 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Die Qinghai-Tibet-Eisenbahnlinie wurde am 1. Juli 2006 für den Verkehr freigegeben. Sie ist mit einer Länge von beinahe 2000 Kilometern die längste Hochlandeisenbahnstrecke der Welt.

























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