Der Mauerabschnitt Jinshanling
Ebenso wie die Badaling Mauer, so hat auch die Jinshanling Mauer ein Fundament aus großen Steinquadern.
Der Mauerabschnitt Jinshanling (chin 金山岭) der der Chinesischen Mauer bei Peking befindet sich im Kreis Luanping (chinesisch: 滦平县), Provinz Hebei (chinesisch: 河北), 150 km von Peking (chinesisch: 北京) entfernt. Sie ist mit dem Mauerabschnitt Simatai (chinesisch: 司马台) im Kreis Miyun (chinesisch: 密云县) verbunden. Erbaut wurde sie im sechsten Jahrhundert während der Nördlichen Qi-Dynastie. Im Laufe der Zeit wurde sie schwer beschädigt. Die jetzige Mauerstrecke stammt aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Der Mauerabschnitt Jinshanling (chin 金山岭) unterstand dem Bauamt Gubeikou (chin 古北口). Der Gubeikou-Paß (chin 古北口), der Shanhaiguan-Paß (chinesisch: 山海关区) und der Juyongguan-Paß (chinesisch: 居庸关) waren in alter Zeit drei wichtige Verkehrspunkte auf dem Weg von Peking nach Nordostchina und ins mongolische Steppenland.
Plan vom Mauerabschnitt Jinshanling
Mehr über den Mauerabschnitt Jinshanling
Von geographisch günstiger Lage waren der Shanhaiguan-Paß und der Juyongguan-Paß. Hier konnte man entlang enger Täler viele Festungen anlegen, die leicht zu verteidigen, aber schwer einzunehmen waren. Der Gubeikou-Paß hingegen befindet sich in einem Bruchgelände der Yanshan-Gebirgskette und ist weit geöffnet. Der Fluß Chaohe und seine Nebenflüsse ließen hier eine Schwemmebene entstehen. So war es sehr schwer, dieses Gelände zu verteidigen und deswegen sind die Mauerabschnitte beim Gubei-Paß sehr massiv gebaut. Auch die Verteidigungsanlagen wurden äußerst stark befestigt.
Ebenso wie die Badaling Mauer, so hat auch die Jinshanling Mauer ein Fundament aus großen Steinquadern. Die darauf erbaute Mauer besteht aus Erde und zerkleinerten Steinen, ummauert mit graublauen Ziegeln. Die Mauerwände sind fünf bis acht Meter hoch. Unten ist die Mauer sechs Meter breit, oben ca. fünf Meter. An der Außenseite Mauer sind Zinnen zu sehen, an der Innenseite sind Maueraufsätze angelegt. Kampftürme stehen nah beieinander. Bemerkenswert ist, dass die Jinshanling Mauer über Sperrwände verfügt, die die Mauer oben zu etwa 2/3 abriegeln. Die Sperrwände sind ungefähr 2,5 m hoch, stehen vertikal zur Mauerwand und sind ebenfalls mit viereckigen Schießlöchern und Gucklöchern versehen. Falls Feinde auf die Mauer geklettert waren, konnten Wachleute unter dem Schutz der Sperrwände weiterkämpfen.
Die Kampftürme der Jinshanling Mauer sind alle zweistöckig. Das erste Stockwerk diente jeweils als Unterkunftsraum und als Depot für Lebensmittel und Waffen, das zweite zur Verteidigung. Es gibt runde und viereckige Kampftürme. Auch die Turmdächer sehen nicht gleich aus. Neben runden und viereckigen Dächern gibt es auch achteckige. Normalerweise haben die Kampftürme an zwei Seiten Tore, so dass man direkt auf der Mauer in sie hineingelangt. Manche Kampftürme auf der Jinshanling Mauer haben jedoch nur ein Eingangstor. Wenn man sich auf der anderen Seite befindet und den Turm betreten will, muß man durch ein gewölbtes Tor, das an der Innenseite der Mauer angelegt ist, hinuntergehen, den Kampfturm umgehen und dann durch ein anderes Tor wieder hinaufgehen. Manche Kampftürme sind sogar von einer Schutzmauer umgeben. Auch das ist typisch für die Jinshanling Mauer.
Auf dem Berghang, etwa 50 bis 60 Meter außerhalb der Mauer, befindet sich eine zweite, niedrige Mauer. Man nennt sie Doppelmauer oder Pferdebarriere. Sie diente als äußere Verteidigungsanlage der Jinshanling Mauer.
Die Jinshanling Mauer schlängelt sich über Berge und sieht nicht weniger imposant aus als der Mauerabschnitt bei Badaling (chinesisch: 八达岭). Daher nennt man sie auch "Die zweite Badaling Mauer".











Mit unserer interaktiven 
