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Hongluo-Tempel
Der Hongluo-Tempel in Peking hat eine Geschichte von mehr als 1.600 Jahren.
Der Tempel der Roten Schnecken oder Hongluo-Tempel (chinesisch: 红螺寺) trägt seinen Namen aufgrund einer Legende, wonach zwei Schnecken am Abend rotes Licht ausstrahlten. Er hieß zuerst Daming-Tempel, in der Ming-Dynastie wurde er in "Tempel des Staatsschutzes und des Glücks" umbenannt. Wegen der schönen Legende über die Nymphe Hongluo nannten ihn die Einheimischen "Hongluo-Tempel".
Vor über zehntausend Jahren stiegen zwei Töchter des Jadekaisers vom Himmel auf die Erde herab. Die beiden waren von der landschaftlichen Schönheit so fasziniert, dass sie sich entschieden, länger auf der Erde zu bleiben. Tagsüber studierten die Töchter des Jadekaisers zusammen mit den Mönchen im Tempel die buddhistischen Sutren. Nach Einbruch der Dunkelheit verwandelten sie sich in rote Schnecken und versteckten sich im Teich. Sie führten ein glückliches Erdendasein und verhalfen den Einheimischen jedes Jahr zu einer guten Ernte bis sie von ihrem Vater in den Himmel zurückgerufen wurden. In Anlehnung an diese Sage wird der Tempel seither "Hongluo", auf Deutsch "Rote Schnecke", genannt.
Der Hongluo-Berg befindet sich rund 57 Kilometer vom Stadtzentrum Pekings entfernt in Huairou am Fuße des Hongluo Berges, oder Hongluo Shan (chinesisch: 红螺山). Er gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Kategorie 4A und ist staatlich geschützt. Ursprünglich hieß der Hongluo-Tempel "Daming-Tempel". Mit seinem Bau wurde im Jahr 338 dem 4. Jahr der Regierungsperiode von Xiankang in der Östlichen Jin-Dynastie, begonnen und in der Tang-Dynastie erweitert. Während der Regierungszeit von Kaiser Zhengtong in der Ming-Dynastie wurde der Daming-Tempel in "Tempel zum Schutz und Glück des Staates" umbenannt. Erst später erhielt er seinen heutigen Namen "Hongluo".
Der Hongluo-Tempel ist der erste große Tempel aus dem Altertum und gilt als Wiege des Buddhismus in Nordchina. Einem Sprichwort zufolge ist der Putuo-Tempel vor der Küste von Ningbo der berühmteste Tempel im Süden Chinas, der Hongluo-Tempel in Peking der berühmteste im Norden. Was die Tempelanlage so berühmt macht. Die Äbte des Hongluo-Tempels wurden oft von Kaisern bestimmt. Man spricht oft vom "Putuo-Tempel in Südchina und Hongluo-Tempel in Nordchina".
Im Hongluo-Tempel gibt es drei einzigartige Wunder; und zwar den 600 Jahre alten Bambushain, das Ginkgobaum-Paar und die Kiefer. Der Bambushain wurde vor 600 Jahren von Mönchen gepflanzt. Der Bambus hier unterscheidet sich vom Bambus in Südchina. Er ist grün und gelb. Mit einer Fläche von über vier Hektar ist er der größte Bambushain in Nordchina. Hinter dem Bambushain liegt ein kleiner Teich mit einer großen, künstlichen roten Schnecke in der Mitte.
Mit seinen acht Quadratkilometern ist der Hongluo ein verhältnismäßig großer Tempel. Die Tempelanlage wurde nach Fengshui-Kriterien in die umliegende Landschaft eingebettet. Im Norden liegt das Hongluo-Gebirge, im Süden der Hongluo-See. Die Architektur des Tempels versprüht einen Hauch von Tibet. Mittendrin steht das zweite der drei Hongluo-Wunder.
Der Tempel hat eine Geschichte von mehr als 1.600 Jahren. Das zweite Hongluo-Wunder ist das 1.100-jährige Ginkgobaum-Paar. Der männliche Ginkgobaum blüht jeweils im Frühling, trägt aber keine Früchte. Nur der weibliche Ginkgobaum trägt Früchte. Beide Stämme sind sehr dick. Das dritte Wunder ist die 800-jährige Kiefer. Sie ist sechs Meter hoch, sehr breit und hat neun Zweige. Im Sommer wirkt sie wie ein großer Sonnenschirm.
Der Hongluo-Tempel hat einige interessante Hallen. Sie sind die Halle des Himmlischen Königs, die Mahavira-Halle, die Halle der Drei Heiligen. Neben der Halle der Drei Heiligen steht das Zimmer für den Abt des Tempels.
Auf einer Fläche von knapp 270 Hektar werden im Süden des Hongluo-Gebirges Aprikosen, Sumachgewächse, Japanischer Spitz-Ahorn und Fackelbäume angepflanzt. Vor allem im Herbst bilden diese Pflanzen zusammen mit den wild wachsenden weißen Pinien einen wunderschönen Anblick. Umgeben von mit Pinien und Zypressen bewachsenen Hügeln strahlt der Tempel mit seiner geschmackvollen Anlage eine Atmosphäre ruhiger Besinnlichkeit aus.
Die beste Reisezeit für einen Besuch des Hongluo-Tempels ist Anfang Mai und Ende Oktober. Früher kamen viele Bauern hierher, um für eine gute Ernte zu beten. Auch heute noch ist der Hongluo-Tempel ein beliebter Wallfahrtsort.
Wer den Hongluo-Tempel in Peking besuchen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Man kann den Zug L815 am Pekinger Nordbahnhof nehmen. Die Abfahrtszeit ist täglich um 6:30 Uhr morgens. Zurück fährt der Zug wieder um 16.00. Man kann auch den Fernbus, der ab dem Fernbusbahnhof Dongzhimen fährt, nehmen. Es bieten sich hierfür die Linien 916 oder 936 an. Ab Sanzhong im Bezirk Huairou steigt man in den Minibus Richtung Hongluo-Tempel um. Mit dem eigenem Wagen fährt man entlang der Jingshun-Straße nach Huairou, dann auf der Huaifeng-Straße bis zu einer Eisenbahnbrücke, dort biegt man nach links ab. Der Hongluo-Tempel ist jedoch auch ausgeschildert. Geöffnet ist der Hongluo-Tempel täglich zwischen 7.00 und 18.00 Uhr.
























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