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Der Hirt und die Weberin - Niu Lang Yu Zhi Nu
Diese rührende Sage zeigt die Sympathie mit Liebenden, die einander ungeachtet des unterschiedlichen Standes treu bleiben.
Von den vier weit verbreiteten Liebessagen Chinas, Der Hirt und die Weberin (chinesisch: 牛郎與織女), Die Frau Meng Jiang, Liang Shanbo und Zhu Yingtai und Die weiße Schlange), ist Der Hirt und die Weberin (chinesisch: 牛郎與織女) am bekanntesten. Die Sage hat ihren Ursprung in dem Sternenkult der Naturvölker und ist eine Personifikation der Sterne.
Der Altair, der Hirt, gehört zu den 28 chinesischen Sternbildern und ist das zweite der sieben nördlichen Sternbilder. Es besteht aus sechs Sternen. Drei davon bilden die Form *-*-* und sehen aus, als trage ein Mann zwei Körbe an einer Tragstange. Der Altair ist unter den Sternen am nächtlichen Himmel am hellsten und steht im Sommer und Herbst der Wega, der Weberin, auf der anderen Seite der Milchstraße gegenüber. Die Wega besteht aus drei Sternen, die ein gleichseitiges Dreieck bilden.
In der Zeit der Östlichen Han-Dynastie (25-220) verbreitete sich folgende Sage über die Liebe zwischen dem Hirten und der Weberin im Volk:
Die geschickte Weberin (chinesisch: 織女) ist die Enkelin des Jadekaisers, der höchsten Gottheit im Himmelsreich, und der Hirt (chinesisch: 牛郎) eine Waise auf der Erde. Nach dem Tod seiner Eltern wurde der Hirt von dem bösen Bruder und der Schwägerin aus dem Haus vertrieben. Er besaß nur noch eine alte Kuh. Eines Tages stieg die Weberin (chinesisch: 織女) mit anderen Feen vom Himmel zur Erde herunter und badete vergnügt in einem Fluss. Da versteckte der Hirt (chinesisch: 牛郎) das Kleid der Weberin (chinesisch: 織女), und diese fand Zuneigung zu dem Burschen. Sie heirateten.
Das Paar lebte glücklich, der Mann arbeitete auf dem Feld, die Frau am Webstuhl. Nachdem sie einen Sohn und eine Tochter bekommen hatten, entdeckte der Jadekaiser die Spur der vermissten Enkelin. Er schickte seine Frau auf die Erde, um die Weberin wieder zurückzubringen und vor das Himmelsgericht zu stellen. So wurde das Paar getrennt.
Doch die inzwischen kranke Kuh wies den traurigen Hirten an, ihr nach ihrem Tod das Fell abzuziehen und es sich umzuhängen, denn auf diese Weise könne er zum Himmel aufsteigen. Der Kuhhirt handelte danach. Er trug seine beiden Kinder in zwei Körben an der Tragstange und stieg zum Himmel auf, um dort nach seiner Frau zu suchen. Als er sie fand und sich ihr näherte, tauchte die Himmelskaiserin auf. Mit ihrer Haarnadel zog sie eine Linie in der Luft, und im Nu entstand ein reißender Fluss zwischen dem Ehepaar. Die beiden Ratlosen weinten an den Flussufern. Schließlich wurde der Jadekaiser gerührt. Er gestattete ihnen, sich jedes Jahr am siebten Tag des siebten Monats nach dem Mondkalender auf einer Brücke über dem Himmelsfluss, welche die Elstern schlagen sollten, zu treffen. Man sagte, ihr Flüstern sei in der tiefen stillen Nacht des siebten Tages des siebten Monats zu hören, und wenn es regne, dann seien es ihre Tränen.
Diese rührende Sage zeigt die Sympathie mit Liebenden, die einander ungeachtet des unterschiedlichen Standes treu bleiben.
Spitzfindige Leute haben errechnet, dass das alljährliche Treffen von Hirt und Weberin nicht möglich sein kann, denn der Altair und die Wega sind 16,4 Lichtjahre voneinander entfernt. Wenn der Hirt täglich hundert Kilometer ginge, würde er 4,3 Milliarden Jahre brauchen, um sich mit seiner Frau zu zreffen, und ein Gruß per Telefon würde 33 Jahre in Anspruch nehmen.
Die Verehrung des Hirten und der Weberin (chinesisch: 牛郎與織女) haben die Chinesen mit einem volkstümlichen Fest kombiniert. Der Tag ihres Treffens am siebten Tag des siebten Monats war das "Fest der siebenfachen Geschicklichkeit" oder "Fest der Gebete um Geschicklichkeit". An diesem Tag beteten Frauen früher zur Weberin um gutes Gelingen ihrer Unternehmungen. Später betete man an diesem Tag auch um Reichtum, Schönheit, ein langes Leben und vor allem um eine glückliche Ehe.
Früher gab es überall in China Tempel der Weberin, in denen man ihr Opfergaben darbot. Der berühmteste Tempel befand sich in Taicang, Provinz Jiangsu. Heute steht in Beitou von Taipei auf Taiwan noch ein bekannter "Tempel des Liebespaars", in dem man den Hirten und die Weberin verehrt. Auf einem Spruchband im Tempel steht geschrieben: "Die echte Liebe ist nicht sichtbar, von der falschen weiß der Himmel".
Siehe auch das chinesische Fest Qixi!

























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