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Grabanlage Dingling
Das Grab Dingling, wo der 13. Kaiser der Ming-Dynastie Zhu Yijun und seine beiden Frauen Xiao Duan und Xiao Jing bestattet wurden, befindet sich am Fuß des Dayu-Berges.
Dieser Kaiser kam mit zehn Jahren auf den Thron und regierte 48 Jahre lang (1573-1620). Bereits im 12. Jahr wurde mit dem Bau seines Grabes begonnen, der sich über 6 Jahre hinzog. Täglich arbeiteten hier 30000 Menschen. Nach historischen Aufzeichnungen wurden für dieses Bauprojekt 8 Millionen Tael Silber verausgabt, eine Summe, die damals der Bodensteuer des ganzen Landes für zwei Jahre entsprach.
Nachdem Dingling (chinesisch: 定陵) fertiggestellt war, gab Zhu Yijun hier einmal in seinem unterirdischen Palast ein Bankett. Er befürchtete, dass das Grab von Grabräubern geplündert würde, und ließ es deshalb stark sichern. Tatsächlich waren die unterirdischen Paläste der 13 Ming-Gräber Jahrhunderte ein Rätsel.
1956 wurde der unterirdische Palast des Grabes Dingling (chinesisch: 定陵) geöffnet. Er ist so tief unter der Erde angelegt, dass zwischen dem Deckengewölbe und der Erdoberfläche ungefähr 27 m liegen. Der ganze unterirdische Palast besteht aus 5 Sälen mit einer Gesamtfläche von 1195 qm. Sie sind aus Stein erbaut und haben keine Balken oder Säulen. Die Decken sind gewölbt. Es gibt drei Hauptsäle, den vorderen, den mittleren und den hinteren. Neben dem mittleren Saal befinden sich noch zwei Seitensäle, die durch Korridore mit ihm verbunden sind. Die Flügel der Türen zwischen dem vorderen, dem mittleren und dem hinteren Saal bestehen aus weißem Marmor. Jeder ist 3,3 m hoch, 1,7 m breit und 4 t schwer, mit wunderschönen gemeißelten Reliefs.
Die viereckigen Fliesen in den Sälen heißen "Goldene Fliesen". Sie wurden hundert Tage lang gebrannt, wobei das Feuer mit einem besonderen Holz unterhalten wurde. Danach wurden sie noch einige Zeit in Tongöl (Holzöl) gelegt.
Im mittleren Saal stehen drei marmorne Throne und vor ihnen Leuchter, Weihrauchgefäße und andere Gegenstände. Damit sollte symbolisiert werden, dass der Kaiser noch wie zu seinen Lebzeiten über alles beherrschte. Vor den Weihrauchgefäßen steht ein großes Porzellangeschäft mit Öl, einem Schöpflöffel aus Kupfer und einem Docht. Das war früher ein "Ewiges Licht". Bei der Beerdigung des Kaisers brannte es.
In den zwei Seitensälen steht im vorderen und mittleren Saal je eine marmorner Sockel. Der hintere Saal ist der größte und wichtigste des unterirdischen Palastes. Er ist 9,5 m hoch, 9,1 m breit und 30,1 m lang. Auf dem Sockel in der Mitte des Saales stehen drei Särge. Der mittlere ist der des Kaisers Zhu Yijun, die beiden anderen sind die seiner beiden Frauen. Hier wurden bei der Öffnung des Grabes 26 Truhen mit wertvollen Schätzen gefunden.
Dieser unterirdische Palast ist ein großer, aus Stein erbauter Komplex mit gewölbter Decke. Bereits in der Han-Dynastie wurde dieser Baustil beim Grabbau gepflegt, aber zu jener Zeit benutzte man Ziegel. Dingling steht jetzt schon über 380 Jahre, aber immer noch steht jeder Stein unverändert auf dem anderen.
Für eine solche Grabanlage waren eine Unmenge Baumaterialien erforderlich. Unter den damaligen Bedingungen war der Transport ein schwieriges Problem. Die Transportarbeiten konnten nur im Winter durchgeführt werden. Alle 500 Meter wurde ein Brunnen gebohrt und das Wasser auf den Boden gegossen. Auf dieser Eisschicht zogen die Arbeiter dann mit dicken Seilen die Baumaterialien zur Grabstätte. Wie aus historischen Aufzeichnungen hervorgeht, brauchten 20000 Menschen 28 Tage, um einen 10 m langen, 3,3 m breiten und 1,8 m hohen Steinblock von seinem Herkunftsort - dem Kreis Fangshan bei Peking - zum Begräbnisort zu schaffen. Man kann sich also vorstellen, wie viele Arbeitskräfte und Materialien für diesen großen Baukomplex unter und über der Erde erforderlich waren!
Zu den Grabbeigaben gehörten goldene Teller, Schüsseln, Wannen, Töpfe und Löffel sowie Gold- und Silberbarren. Die meisten Gold- und Silbergegenstände aus dem Grab sind fein verziert und mit Rubinen und Saphiren besetzt. Auf den Gegenständen sind Herstellungszeit, Bezeichnung des Gegenstandes, Gewicht und die Namen der dafür verantwortlichen Beamten und Handwerker eingraviert. Die Kronen der Kaiser und Kaiserinnen sind die wertvollsten erhaltenen Gegenstände, von denen ein Teil in der Ausstellungshalle vor dem unterirdischen Palast zu besichtigen ist.
Die Goldkrone, die erste ihrer Art, die bisher in China gefunden wurde, war für den Kaiser bestimmt. Es handelt sich dabei um eine Goldfiligranarbeit mit zwei Drachen. Die Phönixkronen waren für die Kaiserinnen bei großen Zeremonien bestimmt. Vier Kronen dieser Art wurden gefunden. An jeder Phönixkrone sind 5000 große und kleine Perlen und hundert Edelsteine angebracht. Ein solcher Edelstein war zur damaligen Zeit 500 bis 600 Tael Silber wert. Diese Edelsteine sollen aus Sri Lanka oder Indien stammen.
Neben den Gold- und Silbergegenständen fanden sich noch viele Porzellan- und Jadegegenstände sowie Seidenbrokatstoffe und -kleider. Obwohl schon 300 Jahre alt, haben die Stoffe und Kleidungsstücke nicht von der Leuchtkraft ihrer Farben eingebüßt. Ein Kaisergewand zeigt zwölf sich im Kreis windende Drachen, alle in unterschiedlicher Körperhaltung, und ein Gewand der Kaiserin hundert Kinder - alle verschieden gestaltet. Außerdem ist dieses Gewand mit Kiefern-, Bambus-, Winterkirschen-, Granatapfel- und Bananenstaudenmotiven verziert. Es gibt darauf auch noch zwei Drachen mit den chinesischen Schriftzeichen "Shou", dem Zeichen für Langlebigkeit.
Überblick über die Ming Gräber (chinesisch: 明朝十三陵)
Name des Grabes, Name des Kaisers, Regierungsperiode, Regierungszeit, Regierungsdauer (Jahre)
- Changling, Zhu Di, Yongle, 1403-1424, 22
- Xianling, Zhu Gaozhi, Hongxi, 1425, 1
- Jingling, Zhu Zhanji, Xuande, 1426-1435, 10
- Yuling, Zhu Qizhen, Zhengtong, 1436-1449, 22
- Yuling, Zhu Qizhen, Tianshun, 1457-1464
- Maoling, Zhu Jianshen, Chenghua, 1465-1487, 23
- Tailing, Zhu Youtang, Hongzhi, 1488-1505, 18
- Kangling, Zhu Houzhao, Zhengde, 1506-1521, 16
- Yongling, Zhu Houcong, Jiajing, 1522-1566, 45
- Zhaoling, Zhu Zaihou, Longqing, 1567-1572, 6
- Dingling, Zhu Yihun, Wanli, 1573-1620, 48
- Qingling, Zhu Changluo, Taichang, 1620, 29 Tage
- Deling, Zhu Youxiao, Tianqi, 1621-1627, 7
- Siling, Zhu Youjian, Chongzhen, 1628-1644, 17
Anmerkung:
Der Kaiser Zhu Qiyu (Regierungsperiode Jingtai) ist am Fuß des Jin-Berges im westlichen Vorort von Peking bestattet.
Die Qing Gräber (chinesisch: 清西陵)
Die Qing Gräber (chinesisch: 清西陵) befinden sich an drei verschiedenen Orten. Die nördlichen Grabstätten liegen in der Stadt Shenyang, Nordostchina, die östlichen und die westlichen in der Provinz Hebei, in der Nähe von Peking.
Der Kaiser Zhu Qiyu (Regierungsperiode Jingtai) ist am Fuß des Jin-Berges im westlichen Vorort von Peking bestattet.

























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