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Die Wa
In einem Wa-Dorf gibt es typischerweise immer ein oder mehrere Trommelhäuser.
Die Wa (chinesisch: 佤族) nennen sich selbst "Awa; auf dem berg lebende Menschen". Mit einer Bevölkerungszahl von 390.000 leben sie hauptsächlich in den Kreisen Ximeng, Cangyuan, Menglian und Gengma der Provinz Yunnan (chinesisch: 云南), entlang des südlichen Fußes des Nushan-Gebirges (chinesisch: 庐山), zwischen dem LancangFluß (chinesisch: 澜沧江) und dem Saerwen-Flufi.
Die Dörfer sind von vielen Hügeln und wenigen Ebenen umgeben. Das Klima begünstigt das Wachstum von Wälder von hohem wirtschaftlichem Wert. Darin leben wilde Tiere wie Elefanten, Tiger, Leoparden, Bären, Hirsche, Muntjaks und Wildschweine. Die Wa sind mit Holz eng verbunden. Zeugns davon sind Aufzeichnungen auf Holz oder die typischen Holztrommeln.
Diese Trommel wird in der WaSprache Keluo genannt. Meistens ist so eine Trommel aus einem Humao-Holzstück herausgeschnitzt, das einen Durchmesser von O,8 m und eine Länge von 2 m hat. Die Wa sehen die Trommel als Vebindung zu den Gottheiten im Himmel. Mit der Trommel vertreiben sie böse Geister, berufen Stammesangehörige, senden Warnsignale an Freunde und rufen zum Aufmarsch. Religion, Tanz und Gesang, Gastronomie, Bekleidung und Sitten sind mit der Holztrommel eng verbunden.
In einem Wa-Dorf gibt es typischerweise immer ein oder mehrere Trommelhäuser, wo die Holztrommeln erwürdig aufbewahrt werden. Es ist zugleich ein heiliger Tempel. Im Trommelhaus stehen meistens zwei Trommeln - eine männliche, die klein und schlank ist, und eine weibliche, die groß und stark ist. Die männliche Trommel ist aus Humao-Holz gemacht und hat einen hohen Klang, während die weibliche aus Magong-Holz gemacht und einen tiefen, weitgehenden Klang hat.
Die glauben an einen primitiven Pantheismus (Gott liegt in der Natur). Viele Legenden und Geschichten über Holztrommeln beziehen sich auf die Würdigung gegenüber Gottheiten, Vorfahren und Sexualität. Veranstaltungen wie TrommelZiehen, Tanzen im Trommelhaus, Trommel-Schlagen und Trommel-Anbetung sind typische Wa-Feierlichkeiten und Kennzeichen der Wa-Kultur.
Im Dezember ist die segensreiche Zeit für das Trommel-Ziehen, das normalerweise 10 Tage dauert. In der Nacht geht man unter Anführung von Häuptling und Schamane zu dem für die Trommel vorgesehenen Baum, opfert Tribute und feuert Gewehre ab zum Vertreiben von bösen Geistern. Dann zitiert der Schamane Riten und erteilt dem Baumstamm ein paar Astschläge. Anschließend beginnen Wa-Jungen, den Baum zu fällen. Auf den Stumpf werden danach drei Steine gelegt als Bezahlung an den Baumgeist. Dann wird ein 2m-langes Stammstück abgesägt, darauf zwei "Ohren" gelöchert und Rankenseile gezogen, so ist eine" Trommel" zum Ziehen bereit. Am nächsten Morgen kommen alle Dorfbewohner in feierlicher Kleidung.
Unter Anleitung des Schamanen, der einen Zweig schwingt, beginnen Männer, im Chor singend, die Trommel zu ziehen, wobei Frauen Mut geben und Greise und Kinder mit Wasser, Likör und Essen versorgen. Dann bleibt die Trommel zwei, drei Tage außerhalb des Dorfes, bis durch ein Huhnschlachtritual den Segenszeitpunkt ausgewählt ist. Dann werden zu dem Zeitpunkt Schweine und Rinder geschlachtet und wird die Trommel von allen Dorfbewohnern zum Platz vor dem Trommelhaus gezogen. Danach wird innerhalb von 6 bis 10 Tagen die Trommel in Handarbeit hergestellt.
Später finden Trommel-Tanz und TrommelSchlagen statt. Zu diesen großen Fest kommen normalerweise alle Dorfbewohner oder Stammangehörige, um die ganze Nacht zu tanzen und zu singen. Die Trommelanbetung ist eine wichtiges religiöses Ritus und findet im Januar statt. Bei Festlichkeiten und religiösen Riten wird der Trommelrumpf mit dicken Knüppels geschlagen, wobei vier unterschiedliche Klänge eine bestimmte rhythmusvolle Trommelsprache bilden.
Bei großen Feierlichkeiten wie Trommel-Ziehen oder Hauseinweihung tanzt das ganze Dorf, festlich gekleidet, ein paar Tage und Nächte hindurch. Der Tanz zum Trommel-Schlagen ist der älteste und auch typischste Tanz der Wa-Nationalität. Auf Fertigstellung und Probeschlagen wird die Trommel in dem Haus aufgestellt. Der Tanz der Freude, bekannt für Enthusiasmus, Hemmungslosigkeit und freie Bewegungen, ist offen für alle und besonders beliebt von Jugendlichen. Jeder Trommelklang ermuntert Wa gleich zum Tanzen, wobei Jungen ihre Männlichkeit und Mädchen ihre Begeisterung zeigen.


























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