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Völker Chinas - die Ewenken
Ewenken betreiben hauptsächlich Jagdtätigkeiten und Rentierzucht.
In den dichten Urwäldern des Daixing´anling - Gebirges in Nordostchina leben die Ewenken (chinesisch: 鄂温克族), der allerletzte Jägerstamm Chinas. Das Wort Ewenken bedeutet "im Bergwald lebende Menschen". Sie sind vor ca. 300 Jahren aus Rußland eingewandert. Sie werden manchmal auch als Rentiermenschen bezeichnet, da sie in enger Abhängigkeit zu den Tieren leben.
Es ist nicht gänzlich geklärt, wann die Ewenken mit der Rentierzucht angefangen haben, aber nach Überlieferungen durch die Urahnen der Ewenken beginnt die Geschichte des Rentiers mit der Entstehung des Ewenken-Volkes. Die ca. 30.000 Ewenken leben heute im autonomen Banner Ewenken (chinesisch: 鄂温克族自治旗) in der Nähe der Stadt Hulun Buir (chinesisch: 呼倫貝爾市) und betreiben hauptsächlich Jagdtätigkeiten und Rentierzucht. Einige ewenkische Stämme wurden Anfang der 1950er Jahre auf eigenen Wunsch zu einer eigenständigen Nationalität, den Oroqen vereinigt. Das Volk der Ewenken gilt als vom "Aussterben" bedroht, da die Nachkommen heute meist unwillig oder unfähig sind, die mit der Rentierzucht verbundene harte traditionelle Lebensweise und das damit verbundenen Nomadentum zu leben. Die Gebiete in den heute Ewenken leben, gelten als unberührte Naturschönheiten.
Rentiere mit großen Geweihen mit verzweigtem Geäst werden "Olun" genannt. An die Kälte gewohnt, können sie geschickt in Sümpfen und tiefen Schneefeldern laufen und leben von Waldmoos. Moos, eine niedere Pflanzengattung, wächst zwar langsam in den nassen Terrains am westlichen Fuß des Daxing´anling-Gebirges, ist aber in allen Jahreszeiten zu finden. Wegen konzentrierter Siedlung von Ewenken mit massiver Rentierzucht ist Fütterung eine Problematik. Daher wandern Ewenken öfters, was eine großartige Unternehmung für die im Bergwald lebenden Ewenken darstellt. Im Sommer und Herbst bleiben Ewenken nur etwa zehn Tage an einem Ort und im Winter, der Saison für Jagd nach Eichhörnchen, ziehen sie alle zwei oder drei Tage um. Normalerweise gehen die Ewenken-Männer zuerst zu dem neuen Ort, um Cuoluozi aufzustellen. Danach bringen die Frauen alle Werkzeuge zum Leben mit Rentieren heran. Cuoluozi, auch "Säulen der Heiligen" genannt, sind Wohnhütten von Ewenken, die je etwa 3 Meter hoch und 4 Meter im Durchmesser sind. Sie werden mit etwa 25 bis 30 Lärchenstämmen in Schirmform aufgebaut und im Sommer mit Birkenrinden, im Winter mit Rentierhaut bedeckt. Zur Vorbereitung auf den Umzug werden die Rentiere zusammen getrieben und die belastbaren davon mit Zügel ausgestattet an Bäumen angelegt. Die zahmen Rentiere werden zum Personentransport eingesetzt und die nicht so zahmen zur Beförderung von Gütern. Dann werden die Güter gepackt und die Hüttenbeläge verstaut. Kurz vor dem Aufbruch machen Ewenken alle Feuerstellen in der alten Siedlung aus. Feuer ist eine absolute Notwendigkeit im Leben der Ewenken. Meist haben sie zwei Feuerstellen, je eine Feuerstelle innerhalb und außerhalb der Hütte - die eine zur Heizung und die andere zum Kochen. Ein paar Feuerstellen sind auch zum Schutz von Rentieren vor Mücken vorgesehen. Bemerkenswert ist, dass sich kaum ein Waldbrand in Wohnvierteln von Ewenken ereignet haben soll.
Rentier, Wald und Jäger sind untrennbar voneinander, eine tausendjährige Symbiose. Rentiere sind tief verwurzelt im Leben von Ewenken, sogar bei Eheschließungen. Bei der Hochzeit müssen die Eltern und Verwandten den Bräutigams zur Familie der Braut begleiten. An dieser sonderbaren Riege sind der Greis, der mit einer göttlichen Figur die Gruppe leitet, und die Person, die am Ende ein Rentier treibt, recht auffällig. Die Familie der Braut wartet schon längst im Wald. Auf die Sicht der Riege schenkt die Braut dem Bräutigam zuerst eine Schatulle mit dem Motiv eines Rentierkopf. Dann wählen die Braut und der Bräutigam die zwei besten aus der Rentierherde der Familie der Braut aus und leiten sie je drei Runden um den Platz, bevor alle zum Festessen bei der Brautfamilie gehen. Es ist ganz wichtig, daß der Bräutigam, wenn er die Braut nach Hause bringt, die zwei ausgewählten Rentiere mitnimmt.
Angesichts schrumpfender Waldflächen versucht man Tradition der Rentierzucht zu erhalten, zum Beispiel durch Stallzucht. Aber Rentierhufe sind eher das Polstergefühl auf dem Moosland oder Schneefeld gewohnt als soliden Erdboden. Deshalb wandern die Ewenken noch heute mit den Rentieren. Als Waldmenschen sind Ewenken verliebt mit Birken. Aus Birkenrinden machen sie schöne und praktische Erzeugnisse wie Schüsseln, Kisten, Becken, Eimer, Behälter und Boote, die mit Motive von geometrischen Formen, Pflanzen oder Tieren schlichte Schönheit ausstrahlen.

























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