China Reisen » Reiseziele > Provinzen > Chongqing > Dazu > Dazu Grotten
Die Grotten in Dazu
Die Dazu-Grotten sind repräsentative Werke der Spätzeit der Höhlenkunst Chinas.
Die Grotten in Dazu (chinesisch: 大足石刻) in der Stadt Dazu (chinesisch: 大足) gehören zusammen mit den Grotten von Dunhuang (chinesisch: 敦煌) in Gansu (chinesisch: 甘肃), Yungang-Grotten (chinesisch: 云冈石窟) bei Datong (chinesisch: 大同) in Shanxi (chinesisch: 山西) und Longmen (chin 龙门) bei Luoyang (chinesisch: 洛陽) in Henan (chinesisch: 河南) zur Schatzkammer der Höhlenkunst.
Die hier zu sehenden Steinmetzarbeiten sind außergewöhnlich und umfassen insgesamt rund 50.000 Steinbilder und Figuren in den Nischen, Grotten und Überhängen des "Bei Shan" (china. 北山), zu deutsch "Nordberg" und des "Baoding Shan" (chinesisch: 保定山), zu deutsch "Schatzkammerberg".
Die Felsskulpturen von Dazu (chinesisch: 大足石刻) sind eine Reihe von chinesischen religiösen Skulpturen, die bis auf das 7. Jahrhundert zurückgehen. Ihre Darstellung ist von buddhistischen, konfuzianischen und daoistischen Gedankenwelten beeinflusst. Auch die tang- und songzeitlichen Höhlentempel werden unter dem Begriff subsumiert.
Unter dem Begriff der Steinschnitzereien von Dazu werden 75 geschützte Stätten vereint, die schätzungsweise 50.000 Statuen enthalten - wobei sich vollplastische Gestalten mit Halb- oder Flachreliefs abwechseln - mit über 100.000 chinesischen Schriftzeichen von Inschriften und Epigraphen.
Die frühesten Steinmetzarbeiten wurden 650 in der frühen Tang-Dynastie begonnen, aber die schöpferische Hauptperiode begann im späten 9. Jahrhundert, als Wei Junjing (chinesisch: 韦君靖), der Präfekt von Changzhou (chinesisch: 昌州), den Weg für die Schnitzereien am Berg Beishan bahnte und seinem Beispiel folgten nach dem Zusammenbruch der Tang-Dynastie Beamte und Angehörige der Oberschicht, Mönche und Nonne und einfache Bürger während der Zeit Fünf Dynastien und Zehn Königreiche (907-65). Im 12. Jahrhundert, während der Song-Dynastie, begann ein buddhistischer Mönch namens Zhao Zhifeng (chinesisch: 赵智凤) seine Arbeit an den kunstvollsten Skulpturen und Schnitzereien am Berg Baodingshan, er widmete diesem Projekt 70 Jahre seines Lebens.
Der chinesische Kunsthistoriker Li Fangyin hat sich um die Erforschung der Steinschnitzereien verdient gemacht.
Wegen ihres besonderen künstlerischen und historischen Wertes finden die Dazu-Grotten bei vielen in- und ausländischen Gelehrten und Fachleuten hohe Anerkennung. Im Dezember 1999 wurden sie von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Heute können Touristen in Dazu nicht nur die Grotten auf den Bergen Baoding und Beishan, sondern auch die auf dem Nanshan-, Shimen- und Shizhuan-Berg besichtigen.
Bilder und Fotos von den Dazu-Grotten
Der künstlerische und historische Wert der Dazu-Grotten zeichnet sich durch folgende drei Kategorien aus:
Verlängerung der Geschichte der Höhlenkunst
Schon in der Han-Zeit (206 v. Chr. bis 220 n. Chr.) fanden mit der Entstehung der Seidenstraße ausländische Kulturen, besonders der indische Buddhismus, in China Eingang. Da der indische Buddhismus seine Lehre meist durch künstlerische Gestaltung verbreitete, entstanden entlang der Seidenstraße und im Einzugsgebiet des Gelben Flusses zahlreiche Grotten, die bekanntesten davon sind die Dunhuang-,Yungang- und Longmen-Grotten. Während der Zeit der Närdlichen Wei-Dynastie (386-534 n. Chr.) sowie der Sui- und Tang-Dynastie (581-907) erlebte die Höhlenkunst ihre Blütezeit. Aber nach der Rebellion, die in der Spätzeit der Tang-Dynastie von An Lushan und Shi Siming entfacht wurde, geriet die Höhlenkunst in Nordchina allmählich in Vergessenheit, während sie in Dazu noch weitere Verbreitung fand. Damit haben die Dazu-Grotten die Hählenkunst noch um 400 Jahre verlängert.
Deutlich nationales Gepräge
In den unterschiedlichen Perioden ihrer Entwicklungsgeschichte zeichnete sich die Höhlenkunst in China durch bestimmte Besonderheiten aus. Zum Beispiel wurden die Yungang-Grotten in der Frühzeit der Hählenkunst (4.-5. Jahrhundert) stark von der indischen Mandala-Kunst beinflusst. Die meisten Steinskulpturen von Persänlichkeiten in diesen Grotten wurden nach indischen Figuren oder Hu-Menschenfiguren (nationale Minderheit in Nordchina) geschnitzt. Die in der mittleren Periode der Hählenkunst (6.-9. Jahrhundert) entstandenen Longmen-Grotten zeigen die Verschmelzung der indischen und chinesischen Kultur. Die Dazu-Grotten zeichnen sich durch ihr deutlich chinesisches Gepräge aus. Beim Bau der Grotten hatten die Künstler unter Einbeziehung der alten Hählenkunst in mehreren Bereichen wie der Themenwahl, Kunstform und Gestaltungstechnik sowie beim künstlerischen Geschmack Durchbrüche erzielt. So zeigen die Dazu-Grotten die Entwicklung der Religion und der Gesellschaft zwischen dem 9. und 13. Jahrhundert.
Entwicklung der Höhlenkunst
Die Dazu-Grotten sind ein Meisterwerk bei der Entwicklung der Hählenkunst zur Felsschnitzkunst. Die Künstler hatten durch realistische Beschreibung als auch künstlerische überspitzung verschiedenartigste Menschenfiguren geschaffen. Beim Grottenbau verbanden sie Höhlenkunst, Religion und Wissenschaft harmonisch miteinander. Besonders bei der Tagesbeleuchtung und Entwässerung wurden viele neue Techniken angewendet.

























Mit unserer interaktiven 
