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Changbaishan
Die Bergregion war in den vergangenen Jahrhunderten des öfteren Streitpunkt zwischen den Korea und China.
Seit dem Jahr 1960 gilt der Großteil des Changbaishan-Gebirgszugs als Naturschutzgebiet und Biosphärenreservat (長白山自然保護區) und der Schutz dient vorallem dem Mandschurischen Tiger und dem kaum von Menschenhand bearbeiteten Laubwaldgebieten mit Eichen und Ulmen. Im Changbai-Gebirge (chinesisch: 长白山) sind eine große Anzahl seltener Tierarten, unter anderem Bären, sibirische Tiger und Amurleoparden beheimatet. Das Gebiet wurde in das internationale Naturschutzprogramm der UNESCO aufgenommen.
Der Himmelssee zieht jedes Jahr rund 200.000 Besucher an. Obwohl der Tourismus in Nordkorea in letzter Zeit zunimmt, besteigen nach wie vor die meisten ausländischen Touristen den Berg von der chinesischen Seite aus. Eine Ausweitung des ausländischen Tourismus ist von nordkoreanischer und chinesischer Seite geplant. Hunderte nordkoreanische Haushalte sollen Medienberichten zufolge deshalb umgesiedelt werden. Das nordkoreanische Regime ist äußerst bemüht, jeglichen Kontakt seiner Bürger mit Angehörigen anderer Staaten zu verhindern. Auf der nordkoreanischen Seite des Bergs gibt es eine Reihe von Denkmälern zu Ehren Kim Il-sungs, eine natürliche Quelle, deren Wasser eine heilende Wirkung zugeschrieben wird. Eine weitere Sehenswürdigkeit stellt der Hyongje-Wasserfall dar, der sich nach etwa einem Drittel in zwei separate Wasserfälle teilt. Zu besichtigen ist auch eine Blockhütte, in der angeblich Kim Jong-il geboren wurde.
Bilder und Fotos vom Changbaishan
China hat sehr intensiv mit der wirtschaftlichen und infrastrukturellen Entwicklung der Region begonnen, was den Bau eines Flughafens und den Ausbau des Bahnnetzes einschließt. Besonders die Bahnstrecke soll dafür sorgen, dass nationale und internationale Touristen Zugang zum Naturschutzgebiet erhalten. Auch hat China beantragt, dass der Baitoushan den Status Weltkulturerbe erhält. Daneben gib es den Wunsch, im Jahr 2018 die Olympischen Winterspiele zu erhalten.
Im Verborgenen streiten sich die Nationen Nordkorea und China um die Zugehörigkeit des See als Wahrzeichen des eigenen Landes. Auch bei den Asia Wintergames waren Teile der offizielle Song dem See und Berg gewidmet und an Werbeanzeigen für die Spiele war der Berg und See als Wahrzeichen der Provinz Jilin abgedruckt. Auch werden Schulen und Straßen entsprechend benannt. Daneben werden die Ansprüche auf das Gebiet durch militärische Übungen und Operationen deutlich gemacht.
Seit dem Jahr 2005 wurde die Organisation “Committee for Protection, Development and Management of Mt. Changbai” eingesetzt, die direkt der Provinz Regierung Jilin untersteht.
Das Committee kanalisiert nationale und ausländische Investitionen und baut mehrere Erholungsressorts in den Bergen, um Attraktionen wie die heißen Quellen touristisch zugänglich zu machen. Auch Attraktionen wie Heißluftballon-Fahrten, Golfen, Jagen und Wintersportanlagen sind geplant.
Aber auch sonstige Programme, vor allem wirtschaftliche, werden ins Leben gerufen, um die hier relativ große Koreanisch-stämmige Minderheit an China zu binden. So ist die Region reich an Holz und Kohlevorkommen und es hat sich einige Stahlindustrie angesiedelt.
Die Sorge der chinesischen Zentralregierung bezieht sich sowohl auf die Folgen einer möglichen zukünftigen Wiedervereinigung und die gegenwärtige Situation im Grenzgebiet rund um den Berg, wo eine große Zahl der nordkoreanischen Flüchtlinge leben und somit die Gefahr von Grenzstreitigkeiten besteht.
Die Sorge schient nicht ganz unbegründet. Betrachtet man die Herkunft der Touristen, die den Himmelssee und das umliegende Gebiet besuchen, stellt man fest, dass dies in der Mehrzahl Südkoreaner sind. Auch unter den Südkoreanern gehört das Reiseziel Himmelssee zu den bevorzugten Zielen. So versucht China sich nicht wirtschaftlich von dieser Touristengruppe abhängig zu machen und hat „in Vorbereitung der Antrags als Weltkulturerbe“ Hotels, die von Südkoreanern und einem in Nordkorea ansässigen Japaner geschlossen.
Mit dem Welterbe-Projekt verfolgt China seine Ansprüche auf das Gebiet und begründet dies mit historischen Vorgängen, insbesondere mit dem Anspruch, dass die Qing-Dynastie mit dem Volk der Mandschu hier ihre Wurzeln hat, die Region also als China zugehörig zu werten ist. Dies löste wütende Gegenerwiderungen vor allem aus Nord-und Südkorea aus. Auch diese begründen den Anspruch auf den Himmelssee und die Bergregion mit tiefer historischer und kultureller Bedeutung für Korea. Sie sehen die Region als heilig an. Hier soll der Begründer des Koreanischen Volkes Tan'gun dem Mythos nach gelebt haben. Auch wird der Berg in der südkoreanischen Hymne genannt. Für Nordkorea befidet sich in der Bergregion die Wiege der koreanischen Revolution gegen die japanischen Militärtruppen in den 30er Jahren.
Sie wehren sich mit verschiedenen Aktionen gegen die Ansprüche Chinas. So haben z.B. 2007 siegreiche südkoreanischen Athletinnen während der Preisverleihung Zettel mit koreanische Zeichen hoch gehoben: "Mount Paekdu ist unser Gebiet". 2007 beschloss das Südkoreanische Bildungsministerium auch, die Geschichte in den Lehrbüchern zu verändern, um die Bedeutung des alten Korea, vom Beginn der Bronzezeit zu verdeutlichen. Zusätzlich verwendet auch Südkorea an öffentlichen Plätzen, wie dem Flughafen Incheon oder dem Bahnhof in Seoul, werbewirksam das Bild des Berges und des Himmelssees auf großflächigen Leinwänden und Plakaten. Nationalisten gehen soweit, und betonen, dass es eine Einigung zwischen Nord- und Südkorea geben müsste, um die historischen, kulturellen und territorialen Ansprüche zu verteidigen und sehen das gesamte Gebiet als Korea zugehörig. Der jetzt anzutreffende Grenzverlauf an sich ist seit dem Jahr 1962 geklärt. China und Nordkorea einigten sich damals darauf, den Vulkankrater und den Himmelsee zu teilen.

























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