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Beschäftigungsdruck
Wege zur Linderung des Beschäftigungsdrucks.
Seit Beginn der Reform und Öffnung bemüht sich die Regierung, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten zu schaffen und die Beschäftigungskanäle zu erweitern. Aus der früher einzigen Beschäftigung in staatseigenen Unternehmen sind inzwischen vielfältige Beschäftigungsformen entstanden. Die Einzel- und Privatwirtschaft, Aktiengesellschaften und ausländische Unternehmen bereicherten den Arbeitsmarkt. Dies hat für die städtische Beschäftigungsstruktur zu einem historischen Wandel geführt und neuen Ideen für die Beschäftigung Wege eröffnet. Ein offener Arbeitsmarkt fördert die Fluktuation der Arbeitskräfte. Die Arbeitskräfte können sich nun den Unternehmen, die sie benötigen, direkt anbieten. Laut dem "Jahrbuch Chinas 2000" gab es 1999 landesweit 30.242 Stellenvermittlungseinrichtungen, davon 21.685 von Arbeitsbehörden und 8.557 von diversen Organisationen.
1999 waren 15,93 Millionen Arbeitssuchende registriert, von denen 8,843 Millionen wieder Arbeit gefunden haben, eine Erfolgsquote von 55,5%. Im Zuge der wirtschaftlichen Reform schenkte die Regierung dem Beschäftigungsproblem große Aufmerksamkeit. Durch Umschulung und Umverteilung wurden Wiederbeschäftigungen ermöglicht, und die Beschäftigungsstruktur hat im Verlauf der wirtschaftlichen, wissenschaftlich-technischen und gesellschaftlichen Entwicklung eine erfreuliche Änderung erfahren.
Das Verhältnis des tertiären, sekundären und primären Sektors war 1980 noch 1,0:1,4:5,3, im Jahr 2000 jedoch 1.0:0,8:1,8. Insgesamt wurde die Reform des Beschäftigungssystems kontinuierlich vorangetrieben, das System der Arbeitsverträge wurde verbreitet, eine vernünftige Fluktuation der Arbeitskräfte gewährleistet und der Arbeitsmarkt ständig verbessert.
Gemäß dem Zehnten Fünfjahresplan und dem Perspektivprogramm für 2010 (im Folgenden Programm genannt) sollen während des Zehnten Fünfjahresplans 40 Millionen neue Arbeitsstellen geschaffen und 40 Millionen ländliche Arbeitskräfte in nichtlandschaftliche Branchen verlagert werden. Nach der Richtlinie, jeweils ein Drittel der überschüssigen ländlichen Arbeitskräfte in Forstwirtschaft, Viehzucht und Fischerei, in ländliche Betriebe und in städtische Industrie- und Handelsbranchen zu verteilen, wurden im Jahr 2000 bereits 120 Millionen überschüssige ländliche Arbeitskräfte verlagert, doch blieben noch rund 80 Millionen auf dem Land.
Mit dem natürlichen Zuwachs der Bevölkerung und der stetigen Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft kommen laufend neue überschüssige Arbeitskräfte hinzu. Schätzungsweise müssen bis zum Jahr 2010 und von da an bis zum Jahr 2020 jeweils 25 Millionen Menschen verlagert werden. Das Programm fordert überdies auf, mit aller Kraft dafür zu sorgen, dass die Arbeitslosenquote 4% nicht übersteigt.
Diese Ziele zu erreichen ist schwer. Um den Zuwachs der produktiven Bevölkerung in Zukunft unter Kontrolle zu bringen und die Möglichkeiten für die Aufnahme der Arbeitskräfte zu verstärken, soll das Wachstum der Bevölkerung mit aller Kraft kontrolliert und die Wirtschaft weiter entwickelt werden. Darüber hinaus ist für die Globalsteuerung folgendes wichtig:
Erstens muss eine vernünftige wirtschaftliche und technische Strategie verfolgt werden, um die Fähigkeit für die Aufnahme der Arbeitskräfte zu erhöhen. Das 21. Jahrhundert wird eine Revolution der Hochtechnologien erleben. Mit aller Kraft neue Technologien zu entwickeln und damit die traditionellen Industrien umzugestalten sowie kapital- und technikintensive Industriebranchen zu fördern muss die unbedingte Richtlinie und der Ausdruck dessen sein, China durch Wissenschaft und Bildung stark zu machen. Jedoch sind die Hochtechnologien nur begrenzt fähig, Arbeitsstellen anzubieten. Folglich geht es darum, zugleich mit der Entwicklung moderner Technologien die arbeitsintensiven Branchen zu fördern.
Zweitens muss der Nutzeffekt der Beschäftigung ausgebaut und der Zustand, dass die Beschäftigungsrate der produktiven Bevölkerung hoch und die der ganzen Bevölkerung niedrig ist, Schritt für Schritt verändert werden. In den 50er, 60er und 70er Jahren wurde in China die niedrige Leistungsfähigkeit durch eine hohe Beschäftigungsrate verschleiert. Eine durch niedrige Leistungsfähigkeit gekennzeichnete Wirtschaft wirkt sich jedoch negativ auf die Stärkung und Akkumulation der Beschäftigungsmittel aus, macht die eigentliche Arbeitslosigkeit unsichtbar und vertieft die Widersprüche. Im Zuge der Reform und Öffnung wurden die Kanäle für die Beschäftigung erweitert, vielfältige Formen der Beschäftigung wurden ermöglicht. Die Folge war, dass die Widersprüche in großem Maßstab gelöst bzw. gelindert wurden. Doch die Beschäftigungseffizienz ist noch nicht hoch, die Beschäftigungsmittel hinken dem Zuwachs der Arbeitskräfte noch hinterher. Deshalb setzt eine vernünftige Beschäftigung die korrekte Behandlung der Beschäftigungsrate und -effizienz voraus. Die unterschiedlichen Beschäftigungsraten hängen ab von der Altersstruktur bestimmter Bevölkerungsschichten, vom Stand der wirtschaftlichen Entwicklung sowie vom technischen Niveau der Ikschäftigung.
Die entwickelten Länder sind bereits im Stadium der überalterten Bevölkerung, die Beschäftigungsmittel sind reichlich vorhanden, die Beschäftigungsrate der gesamten Bevölkerung ist normalerweise hoch.
Bei den Entwicklungsländern ist es gerade umgekehrt. Weil in den entwickelten Ländern der Anteil der Bevölkerung mit höherer Bildung hoch ist, ist die Beschäftigungsrate der produktiven Bevölkerung niedriger, während bei den Entwicklungsländern dieser Wert viel höher ist. Die bei den Beschäftigungsraten differieren um etwa zehn Prozent. China befindet sich jetzt im Übergang von einem unterentwickelten zu einem entwickelten Land. Es handelt sich nun in erster Linie darum, den Anteil der Studenten und Mittelschüler zu erhöhen, was einerseits den Druck auf das Angebot an Arbeitsstellen lindert und andererseits die Qualität der Bevölkerung steigert.
Drittens muss die Reform der Unternehmen vertieft werden. Mit der Entwicklung der Reform und Öffnung nimmt die Anzahl der von staatseigenen Unternehmen freigesetzten Arbeiter und Angestellten zu, die Arbeitslosigkeit in den Städten steigt. Das sind die hervorstechenden Probleme der Zukunft. China kann auf weitere Reformen nicht verzichten, doch es muss Auswege aus der Problematik finden, indem es weiter die Kompetenzen der Regierung von denen der Unternehmen trennt und die Unternehmen dazu anhält, marktwirtschaftlich zu operieren. Nach den Gesetzen des Marktes überlebt das Gute, das Schlechte scheidet aus. Freigesetzte Arbeiter und Angestellte müssen entsprechend umgeschult werden, um sie als qualifizierte Arbeitskräfte wieder eingliedern zu können.
Viertens müssen Fusionen und Konkurse vernünftig angewandt und dabei die Absicherung von Arbeitslosen beschleunigt entwickelt werden. Weil zahlreiche große und mittelgroße staatseigene Unternehmen sich nicht über Wasser halten können, ist die Richtlinie, sie zu Fusionen zu ermutigen statt in den Konkurs zu gehen, sicher nicht falsch. Für die Verminderung der Arbeitslosigkeit spielt dies eine nicht unbedeutende Rolle. In der Tat ist eine etwas höhere Arbeitslosigkeit nicht schlimm, schlimm ist nur, wenn die Arbeitslosen nicht abgesichert sind. In manchen entwickelten Ländern gibt es eine bis zu 10%ige Arbeitslosigkeit, doch dank des hohen Niveaus der Arbeitslosengelder wird dadurch die gesellschaftliche Stabilität nicht gefährdet.
Entsprechend den Gegebenheiten Chinas sollte denjenigen Unternehmen, die lange Zeit auf Kredite angewiesen waren und keine Chance haben, sich wieder zu beleben, jede weitere Hilfe verweigert werden. Vernünftiger ist es, dass solche Unternehmen Konkurs machen und der Belegschaft Unterstützungsgelder gewährt werden. Für die Errichtung eines Arbeitslosenversicherungsfonds kann man dem Beispiel des Altersversicherungsfonds der Unternehmen folgen, an dem sich gemäß dem gesamten Gehaltsvolumen der Unternehmen und entsprechend der gesamten Zahl der Belegschaft der Staat, die Unternehmen und die Arbeiter bzw. Angestellten beteiligen.
























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